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	<title>Erzählung &#8211; podcast-lesung.de</title>
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		<title>(50) Oscar Wilde »Der Schüler« / »The Disciple«</title>
		<link>https://podcast-lesung.de/50-oscar-wilde-der-schueler-the-disciple/</link>
		<pubDate>Mon, 04 Feb 2013 20:44:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[elisa]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Wilde, Oscar]]></category>
		<category><![CDATA[Englisch]]></category>
		<category><![CDATA[Erzählung]]></category>
		<category><![CDATA[Liebe]]></category>
		<category><![CDATA[Moral]]></category>
		<category><![CDATA[Narzissmus]]></category>
		<category><![CDATA[Schüler]]></category>
		<category><![CDATA[Wilde]]></category>

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		<description><![CDATA[Dauer: 4:00 &#124; Audiodatei herunterladen (9,34 MB)Als Narziß starb, verwandelte sich die Quelle seiner Freuden von einer Schale voll süßen Wassers in eine Schale voll salziger Tränen, und die Bergnymphen kamen weinend durch den Wald, dass sie zur Quelle singen und dieser Trost geben konnten. Und als sie sahen, daß die Quelle von einer Schale [&#8230;]]]></description>
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				<br>Dauer: 4:00 | <u><a href="https://podcast-lesung.de/wp-content/uploads/audio/50-oscar-wilde-der-schueler-the-disciple.mp3"  download target="_blank"> Audiodatei herunterladen (9,34 MB)</u></a><br><br><p>Als Narziß starb, verwandelte sich die Quelle seiner Freuden von einer Schale voll süßen Wassers<br />
in eine Schale voll salziger Tränen,<br />
und die Bergnymphen kamen weinend durch den Wald,<br />
dass sie zur Quelle singen und dieser Trost geben konnten.<br />
Und als sie sahen,<br />
daß die Quelle von einer Schale voll süßen Wassers<br />
sich in eine Schale voll salzige Tränen verwandelt hatte,<br />
da lösten sie die grünen Flechten ihres Haares<br />
und sprachen weinend zur Quelle:<br />
„Wir wundern uns nicht, das du auf diese Weise um Narziss trauerst,<br />
– so schön war er.“</p>
<p>„War Narziß denn schön?“  fragte die Quelle.<br />
„Wer sollte das besser wissen als du?“ antworteten die Bergnymphen.<br />
„An uns ging er immer vorbei,<br />
dich aber suchte er auf und lag an deinen Ufern<br />
und sah auf dich hinab,<br />
und im Spiegel deiner Wasser spiegelte er seine eigene Schönheit.“</p>
<p>Und die Quelle antwortete:<br />
„Aber ich liebte Narziß, weil,<br />
wie er an meinem Ufer lag und auf mich niederblickte,<br />
ich im Spiegel seiner Augen stets meine eigene Schönheit sah.“</p>
<p><img src="https://podcast-lesung.de/wp-content/uploads/Echo-and-Narcissus.png"></p>
<p>When Narcissus died the pool of his pleasure changed from a cup of sweet waters<br />
into a cup of salt tears, and the Oreads came weeping through the woodland<br />
that they might sing to the pool and give it comfort.<br />
And when they saw that the pool had changed from a cup of sweet waters<br />
into a cup of salt tears,<br />
they loosened the green tresses of their hair<br />
and cried to the pool and said,<br />
‘We do not wonder that you should mourn in this manner for Narcissus,<br />
so beautiful was he.’</p>
<p>‘But was Narcissus beautiful?’ said the pool.</p>
<p>‘Who should know that better than you?’<br />
answered the Oreads.</p>
<p>‘Us did he ever pass by, but you he sought for,<br />
and would lie on your banks and look down at you,<br />
and in the mirror of your waters he would mirror his own beauty.’</p>
<p>And the pool answered,<br />
‘But I loved Narcissus because,<br />
as he lay on my banks and looked down at me,<br />
in the mirror of his eyes I saw ever my own beauty mirrored.’</p>
<p>Musik: <a href="http://ulrike-theusner.de">Ulrike Theusner</a><br />
englische Lesung: Taylor Edward Freeman (New York)<br />
Bild: Echo und Narziss (John William Waterhouse, Liverpool)</p>
]]></content:encoded>
			</item>
		<item>
		<title>(17) Gotthold Ephraim Lessing »Die Geschichte des alten Wolfs«</title>
		<link>https://podcast-lesung.de/17-gotthold-ephraim-lessing-die-geschichte-des-alten-wolfs/</link>
		<pubDate>Sat, 18 Nov 2006 20:16:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[elisa]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Lessing, G. E.]]></category>
		<category><![CDATA[Erzählung]]></category>
		<category><![CDATA[Lessing]]></category>
		<category><![CDATA[Wolf]]></category>

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		<description><![CDATA[Dauer: 9:08 &#124; Audiodatei herunterladen (8,50 MB)1. Der böse Wolf war zu Jahren gekommen und faßte den gleißenden Entschluß, mit den Schäfern auf einem gütlichen Fuß zu leben. Er machte sich also auf und kam zu dem Schäfer, dessen Horden seiner Höhle die nächsten waren. „Schäfer“, sprach er, „du nennest mich den blutgierigsten Räuber, der [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<audio id="music" preload="true">
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				<br>Dauer: 9:08 | <u><a href="https://podcast-lesung.de/wp-content/uploads/audio/17-gotthold-ephraim-lessing-die-geschichte-des-alten-wolfs.mp3"  download target="_blank"> Audiodatei herunterladen (8,50 MB)</u></a><br><br><p><b>1.</b></p>
<p>Der böse Wolf war zu Jahren gekommen<br />
und faßte den gleißenden Entschluß,<br />
mit den Schäfern auf einem gütlichen Fuß zu leben.<br />
Er machte sich also auf und kam zu dem Schäfer,<br />
dessen Horden seiner Höhle die nächsten waren.</p>
<p>„Schäfer“, sprach er,<br />
„du nennest mich den blutgierigsten Räuber,<br />
der ich doch wirklich nicht bin.<br />
Freilich muß ich mich an deine Schafe halten,<br />
wenn mich hungert; denn Hunger tut weh.<br />
Schütze mich nur vor dem Hunger;<br />
mache mich nur satt,<br />
und du sollst mit mir recht wohl zufrieden sein.<br />
Denn ich bin wirklich das zahmste,<br />
sanftmütigste Tier, wenn ich satt bin.“</p>
<p>„Wenn du satt bist? Das kann wohl sein“,<br />
versetzte der Schäfer.<br />
„Aber wann bist du denn satt?<br />
Du und der Geiz werden es nie.<br />
Geh deinen Weg!“</p>
<p><b>2.</b></p>
<p>Der abgewiesene Wolf kam zu einem zweiten Schäfer.</p>
<p>„Du weißt, Schäfer“, war seine Anrede,<br />
„daß ich dir das Jahr durch manches Schaf würgen könnte.<br />
Willst du mir überhaupt jedes Jahr sechs Schafe geben,<br />
so bin ich zufrieden.<br />
Du kannst alsdenn sicher schlafen<br />
und die Hunde ohne Bedenken abschaffen.“</p>
<p>„Sechs Schafe?“ sprach der Schäfer,<br />
„das ist ja eine ganze Herde!“</p>
<p>„Nun, weil du es bist,<br />
so will ich mich mit fünfen begnügen“, sagte der Wolf.</p>
<p>„Du scherzest, fünf Schafe!<br />
Mehr als fünf Schafe opfere ich kaum im ganzen Jahr dem Pan.“</p>
<p>„Auch nicht viere?“ fragte der Wolf weiter;<br />
und der Schäfer schüttelte spöttisch den Kopf.</p>
<p>„Drei? – Zwei?“</p>
<p>„Nicht ein einziges“, fiel endlich der Bescheid,<br />
„denn es wäre ja wohl töricht,<br />
wenn ich mich einem Feinde zinsbar machte,<br />
vor welchem ich mich durch meine Wachsamkeit sichern kann.“</p>
<p><b>3.</b></p>
<p>Aller guten Dinge sind drei,<br />
dachte der Wolf und kam zu einem dritten Schäfer.</p>
<p>„Es geht mir recht nahe“, sprach er,<br />
„daß ich unter euch Schäfern als das grausamste,<br />
gewissenloseste Tier verschrien bin.<br />
Dir, Montan, will ich jetzt beweisen, wie unrecht man mir tut.<br />
Gib mir jährlich ein Schaf, so soll deine Herde in jenem Walde,<br />
den niemand unsicher macht als ich,<br />
frei und unbeschädigt weiden dürfen.<br />
Ein Schaf! Welche Kleinigkeit! Könnte ich großmütiger,<br />
könnte ich uneigennütziger handeln?<br />
–<br />
Du lachst, Schäfer? Worüber lachst du denn?“</p>
<p>„Oh, über nichts! Aber wie alt bist du, guter Freund?“<br />
sprach der Schäfer.</p>
<p>„Was geht dich mein Alter an? Immer noch alt genug,<br />
dir deine liebsten Lämmer zu würgen.“</p>
<p>„Erzürne dich nicht, alter Isegrim!<br />
Es tut mir leid,<br />
daß du mit deinem Vorschläge einige Jahre zu späte kommst.<br />
Deine ausgebissenen Zähne verraten dich.<br />
Du spielst den Uneigennützigen,<br />
bloß um dich gemächlicher mit desto weniger Gefahr nähren zu können.“</p>
<p><b>4.</b></p>
<p>Der Wolf ward ärgerlich,<br />
faßte sich aber doch und ging auch zu dem vierten Schäfer.<br />
Diesem war eben sein treuer Hund gestorben,<br />
und der Wolf machte sich den Umstand zunutze.</p>
<p>„Schäfer“, sprach er,<br />
„ich habe mich mit meinen Brüdern in dem Walde veruneiniget und so,<br />
daß ich mich in Ewigkeit nicht wieder mit ihnen aussöhnen werde.<br />
Du weißt, wieviel du von ihnen zu fürchten hast!<br />
Wenn du mich aber anstatt deines verstorbenen Hundes<br />
in Dienste nehmen willst,<br />
so stehe ich dafür,<br />
daß sie keines deiner Schafe auch nur scheel ansehen sollen.“</p>
<p>„Du willst sie also“,<br />
versetzte der Schäfer,<br />
„gegen deine Brüder im Walde beschützen?“</p>
<p>„Was meine ich denn sonst? Freilich.“</p>
<p>„Das wäre nicht übel!<br />
Aber, wenn ich dich nun in meine Horden einnähme,<br />
sage mir doch,<br />
wer sollte alsdenn meine armen Schafe gegen dich beschützen?<br />
Einen Dieb ins Haus nehmen,<br />
um vor den Dieben außer dem Hause sicher zu sein,<br />
das halten wir Menschen -“</p>
<p>„Ich höre schon“, sagte der Wolf, „du fängst an zu moralisieren.<br />
Lebe wohl!“</p>
<p><b>5.</b></p>
<p>„Wäre ich nicht so alt!“ knirschte der Wolf<br />
„Aber ich muß mich leider in die Zeit schicken.“</p>
<p>Und so kam er zu dem fünften Schäfer.</p>
<p>„Kennst du mich, Schäfer?“ fragte der Wolf.</p>
<p>„Deinesgleichen wenigstens kenne ich“, versetzte der Schäfer.</p>
<p>„Meinesgleichen? Daran zweifle ich sehr.<br />
Ich bin ein so sonderbarer Wolf,<br />
daß ich deiner und aller Schäfer Freundschaft wohl wert bin.“</p>
<p>„Und wie sonderbar bist du denn?“</p>
<p>„Ich könnte kein lebendiges Schaf würgen und fressen,<br />
und wenn es mir das Leben kosten sollte.<br />
Ich nähre mich bloß mit toten Schafen.<br />
Ist das nicht löblich? Erlaube mir also immer,<br />
daß ich mich dann und wann bei deiner Herde einfinden<br />
und nachfragen darf, ob dir nicht -“</p>
<p>„Spare der Worte!“ sagte der Schäfer.<br />
„Du müßtest gar keine Schafe fressen, auch nicht einmal tote,<br />
wenn ich dein Feind nicht sein sollte.<br />
Ein Tier, das mir schon tote Schafe frißt,<br />
lernt leicht aus Hunger kranke Schafe für tot<br />
und gesunde für krank ansehen.<br />
Mache auf meine Freundschaft also keine Rechnung und geh!“</p>
<p><b>6.</b></p>
<p>Ich muß nun schon mein Liebstes daran wenden,<br />
um zu meinem Zwecke zu gelangen!<br />
dachte der Wolf und kam zu dem sechsten Schäfer.<br />
„Schäfer, wie gefällt dir mein Pelz?“ fragte der Wolf.</p>
<p>„Dein Pelz?“ sagte der Schäfer,<br />
„laß sehen! Er ist schön;<br />
die Hunde müssen dich nicht oft untergehabt haben.“</p>
<p>„Nun, so höre, Schäfer;<br />
ich bin alt und werde es so lange nicht mehr treiben.<br />
Füttere mich zu Tode, und ich vermache dir meinen Pelz.“</p>
<p>„Ei sieh doch,<br />
kömmst du auch hinter die Schliche der alten Geizhälse?<br />
Nein, nein; dein Pelz würde mich am Ende siebenmal mehr kosten,<br />
als er wert wäre.<br />
Ist es dir aber ein Ernst, mir ein Geschenk zu machen,<br />
so gib mir ihn gleich jetzt.“<br />
Hiermit griff der Schäfer nach der Keule, und der Wolf floh.</p>
<p><b>7.</b></p>
<p>„0h die Unbarmherzigen!“ schrie der Wolf und geriet in die äußerste Wut.<br />
„So will ich auch als ihr Feind sterben, ehe mich der Hunger tötet,<br />
denn sie wollen es nicht besser!“<br />
Er lief, brach in die Wohnungen der Schäfer ein,<br />
riß ihre Kinder nieder<br />
und ward nicht ohne große Mühe von den Schäfern erschlagen.</p>
<p>Da sprach der weiseste von ihnen:<br />
„Wir taten doch wohl unrecht,<br />
daß wir den alten Räuber auf das äußerste brachten<br />
und ihm alle Mittel zur Besserung,<br />
so spät und erzwungen sie auch war, benahmen! “</p>
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<p>Bild : „Wolfspuren im Sand“</p>
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