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	<title>Faust &#8211; podcast-lesung.de</title>
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		<title>(59) Johann Wolfgang von Goethe »Hexenküche«  Auszug aus »Faust &#8211; Der Tragödie erster Teil«</title>
		<link>https://podcast-lesung.de/59-johann-wolfgang-von-goethe-hexenkueche-auszug-aus-faust-der-tragoedie-erster-teil/</link>
		<pubDate>Wed, 29 Apr 2015 16:58:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[elisa]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Goethe, J. W.]]></category>
		<category><![CDATA[Altern]]></category>
		<category><![CDATA[Faust]]></category>
		<category><![CDATA[Goethe]]></category>
		<category><![CDATA[Mephisto]]></category>

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		<description><![CDATA[Dauer: 4:05 &#124; Audiodatei herunterladen (9,51 MB)Auf einem niedrigen Herd steht ein großer Kessel über dem Feuer. In dem Dampfe, der davon in die Höhe steigt, zeigen sich verschiedene Gestalten. Eine Meerkatze sitzt bei dem Kessel und schäumt ihn, und sorgt daß er nicht überläuft. Der Meerkater mit den Jungen sitzt darneben und wärmt sich. [&#8230;]]]></description>
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				<br>Dauer: 4:05 | <u><a href="https://podcast-lesung.de/wp-content/uploads/audio/59-johann-wolfgang-von-goethe-hexenkueche-auszug-aus-faust-der-tragoedie-erster-teil.mp3"  download target="_blank"> Audiodatei herunterladen (9,51 MB)</u></a><br><br><p><em>Auf einem niedrigen Herd steht ein großer Kessel über dem Feuer. In dem Dampfe, der davon in die Höhe steigt, zeigen sich verschiedene Gestalten. Eine Meerkatze sitzt bei dem Kessel und schäumt ihn, und sorgt daß er nicht überläuft. Der Meerkater mit den Jungen sitzt darneben und wärmt sich. Wände und Decke sind mit dem seltsamsten Hexenhausrat geschmückt.</em></p>
<p><b>Faust.</b><br />
Mir widersteht das tolle Zauberwesen!<br />
Versprichst du mir, ich soll genesen,<br />
In diesem Wust von Raserei?<br />
Verlang’ ich Rat von einem alten Weibe?<br />
Und schafft die Sudelköcherei<br />
Wohl dreißig Jahre mir vom Leibe?<br />
Weh mir, wenn du nichts bessers weißt!<br />
Schon ist die Hoffnung mir verschwunden.<br />
Hat die Natur und hat ein edler Geist<br />
Nicht irgend einen Balsam ausgefunden?</p>
<p><b>Mephistopheles.</b><br />
Mein Freund, nun sprichst du wieder klug!<br />
Dich zu verjüngen, gibt’s auch ein natürlich Mittel;<br />
Allein es steht in einem andern Buch,<br />
Und ist ein wunderlich Kapitel.</p>
<p><b>Faust.</b><br />
Ich will es wissen.</p>
<p><b>Mephistopheles.</b><br />
Gut! Ein Mittel, ohne Geld<br />
Und Arzt und Zauberei, zu haben:<br />
Begib dich gleich hinaus aufs Feld,<br />
Fang’ an zu hacken und zu graben,<br />
Erhalte dich und deinen Sinn<br />
In einem ganz beschränkten Kreise,<br />
Ernähre dich mit ungemischter Speise,<br />
Leb’ mit dem Vieh als Vieh, und acht’ es nicht für Raub,<br />
Den Acker, den du erntest, selbst zu düngen;<br />
Das ist das beste Mittel, glaub’,<br />
Auf achtzig Jahr dich zu verjüngen!</p>
<p><img src="https://podcast-lesung.de/wp-content/uploads/noerre-aslslev-kirke-totentanz.jpg" /><br />
<small>Bild: »Totentanz – Bauer« <em>Pfarrkirche Nørre Alslev; Fresken des Meisters von Elmelunde aus dem 14.Jahrhundert; Foto:Wolfgang Sauber-CCBY</em></small></p>
<p><b>Faust.</b><br />
Das bin ich nicht gewöhnt, ich kann mich nicht bequemen<br />
Den Spaten in die Hand zu nehmen,<br />
Das enge Leben steht mir gar nicht an.</p>
<p><b>Mephistopheles.</b><br />
So muß denn doch die Hexe dran.</p>
<p><b>Faust.</b><br />
Warum denn just das alte Weib?<br />
Kannst du den Trank nicht selber brauen?</p>
<p><b>Mephistopheles.</b><br />
Das wär’ ein schöner Zeitvertreib!<br />
Ich wollt’ indes wohl tausend Brücken bauen.<br />
Nicht Kunst und Wissenschaft allein,<br />
Geduld will bei dem Werke sein.<br />
Ein stiller Geist ist Jahre lang geschäftig,<br />
Die Zeit nur macht die feine Gährung kräftig.<br />
Und alles was dazu gehört<br />
Es sind gar wunderbare Sachen!<br />
Der Teufel hat sie’s zwar gelehrt;<br />
Allein der Teufel kann’s nicht machen.</p>
]]></content:encoded>
			</item>
		<item>
		<title>(58) Johann Wolfgang von Goethe »Gretchens Stube« aus »Faust &#8211; Der Tragödie erster Teil«</title>
		<link>https://podcast-lesung.de/58-johann-wolfgang-von-goethe-gretchens-stube-aus-faust-der-tragoedie-erster-teil/</link>
		<pubDate>Tue, 14 Apr 2015 15:34:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[elisa]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Goethe, J. W.]]></category>
		<category><![CDATA[Faust]]></category>
		<category><![CDATA[Goethe]]></category>
		<category><![CDATA[Gretchen]]></category>
		<category><![CDATA[Liebe]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://podcast-lesung.de/2015/04/14/59-johann-wolfgang-von-goethe-gretchens-stube-aus-faust-der-tragoedie-erster-teil/</guid>
		<description><![CDATA[Dauer: 5:39 &#124; Audiodatei herunterladen (13,10 MB)Gretchen (am Spinnrad, allein) Meine Ruh ist hin, Mein Herz ist schwer; Ich finde sie nimmer und nimmermehr. Wo ich ihn nicht hab, Ist mir das Grab, Die ganze Welt Ist mir vergällt. Mein armer Kopf Ist mir verrückt, Meiner armer Sinn Ist mir zerstückt. Meine Ruh ist hin, [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<audio id="music" preload="true">
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				<br>Dauer: 5:39 | <u><a href="https://podcast-lesung.de/wp-content/uploads/audio/58-johann-wolfgang-von-goethe-gretchens-stube-aus-faust-der-tragoedie-erster-teil.mp3"  download target="_blank"> Audiodatei herunterladen (13,10 MB)</u></a><br><br><p><em>Gretchen (am Spinnrad, allein)</em></p>
<p>Meine Ruh ist hin,<br />
Mein Herz ist schwer;<br />
Ich finde sie nimmer<br />
und nimmermehr.</p>
<p>Wo ich ihn nicht hab,<br />
Ist mir das Grab,<br />
Die ganze Welt<br />
Ist mir vergällt.</p>
<p>Mein armer Kopf<br />
Ist mir verrückt,<br />
Meiner armer Sinn<br />
Ist mir zerstückt.</p>
<p>Meine Ruh ist hin,<br />
Mein Herz ist schwer,<br />
Ich finde sie nimmer<br />
und nimmermehr.</p>
<p><img src="https://podcast-lesung.de/wp-content/uploads/59-George_Romney_-_Seated_Woman..jpg" /><br />
<small>Bild: George Romney</small></p>
<p>Nach ihm nur schau ich<br />
Zum Fenster hinaus,<br />
Nach ihm nur geh ich<br />
Aus dem Haus.</p>
<p>Sein hoher Gang,<br />
Sein edle Gestalt,<br />
Seines Mundes Lächeln,<br />
Seiner Augen Gewalt,</p>
<p>Und seiner Rede<br />
Zauberfluß,<br />
Sein Händedruck,<br />
Und ach! sein Kuß!</p>
<p>Meine Ruh ist hin,<br />
Mein Herz ist schwer,<br />
Ich finde sie nimmer<br />
und nimmermehr.</p>
<p>Mein Busen drängt<br />
Sich nach ihm hin,<br />
Ach dürft ich fassen<br />
Und halten ihn,</p>
<p>Und küssen ihn,<br />
So wie ich wollt,<br />
An seinen Küssen<br />
Vergehen sollt!</p>
]]></content:encoded>
			</item>
		<item>
		<title>(22) Johann Wolfgang von Goethe »Faust 1 &#8211; Vor dem Tor«</title>
		<link>https://podcast-lesung.de/22-johann-wolfgang-von-goethe-faust-1-vor-dem-tor/</link>
		<pubDate>Thu, 22 Mar 2007 17:01:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[elisa]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Goethe, J. W.]]></category>
		<category><![CDATA[Faust]]></category>
		<category><![CDATA[Goethe]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://podcast-lesung.de/2007/03/22/23-johann-wolfgang-von-goethe-faust-1-vor-dem-tor/</guid>
		<description><![CDATA[Dauer: 1:46 &#124; Audiodatei herunterladen (2,40 MB)– WAGNER – Man sieht sich leicht an Wald und Feldern satt; Des Vogels Fittich werd ich nie beneiden. Wie anders tragen uns die Geistesfreuden Von Buch zu Buch, von Blatt zu Blatt! Da werden Winternächte hold und schön Ein selig Leben wärmet alle Glieder, Und ach! entrollst du [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<audio id="music" preload="true">
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				<br>Dauer: 1:46 | <u><a href="https://podcast-lesung.de/wp-content/uploads/audio/22-johann-wolfgang-von-goethe-faust-1-vor-dem-tor.mp3"  download target="_blank"> Audiodatei herunterladen (2,40 MB)</u></a><br><br><p><b>– WAGNER –</b></p>
<p>Man sieht sich leicht an Wald und Feldern satt;<br />
Des Vogels Fittich werd ich nie beneiden.<br />
Wie anders tragen uns die Geistesfreuden<br />
Von Buch zu Buch, von Blatt zu Blatt!</p>
<p>Da werden Winternächte hold und schön<br />
Ein selig Leben wärmet alle Glieder,<br />
Und ach! entrollst du gar ein würdig Pergamen,<br />
So steigt der ganze Himmel zu dir nieder.</p>
<p><b>– FAUST –</b></p>
<p>Du bist dir nur des einen Triebs bewußt,<br />
O lerne nie den andern kennen!<br />
Zwei Seelen wohnen, ach! in meiner Brust,<br />
Die eine will sich von der andern trennen;<br />
Die eine hält, in derber Liebeslust,<br />
Sich an die Welt mit klammernden Organen;<br />
Die andre hebt gewaltsam sich vom Dust<br />
Zu den Gefilden hoher Ahnen.</p>
<p>O gibt es Geister in der Luft,<br />
Die zwischen Erd und Himmel herrschend weben<br />
So steiget nieder aus dem goldnen Duft<br />
Und führt mich weg zu neuem, buntem Leben!</p>
<p>Ja, wäre nur ein Zaubermantel mein,<br />
Und trüg er mich in fremde Länder!<br />
Mir wollt er um die köstlichsten Gewänder,<br />
Nicht feil um einen Königsmantel sein.</p>
<p><img src="https://podcast-lesung.de/wp-content/uploads/Goethe.png"></p>
<p><i>Heute vor 175 Jahren starb Johann Wolfgang von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Goethe">Goethe</a> in Weimar.</i></p>
]]></content:encoded>
			</item>
		<item>
		<title>(14) Johann Wolfgang von Goethe »Faust 1- Marthens Garten«</title>
		<link>https://podcast-lesung.de/14-johann-wolfgang-von-goethe-faust-1-marthens-garten/</link>
		<pubDate>Wed, 18 Oct 2006 16:17:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[elisa]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Goethe, J. W.]]></category>
		<category><![CDATA[Faust]]></category>
		<category><![CDATA[Goethe]]></category>
		<category><![CDATA[Gretchen]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://podcast-lesung.de/2006/10/18/15-johann-wolfgang-von-goethe-faust-1-marthens-garten/</guid>
		<description><![CDATA[Dauer: 7:11 &#124; Audiodatei herunterladen (7,17 MB)MARGARETE: Versprich mir, Heinrich! FAUST: Was ich kann! MARGARETE: Nun sag, wie hast du’s mit der Religion? Du bist ein herzlich guter Mann, Allein ich glaub, du hältst nicht viel davon. FAUST: Laß das, mein Kind! Du fühlst, ich bin dir gut; Für meine Lieben ließ‘ ich Leib und [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<audio id="music" preload="true">
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				<br>Dauer: 7:11 | <u><a href="https://podcast-lesung.de/wp-content/uploads/audio/14-johann-wolfgang-von-goethe-faust-1-marthens-garten.mp3"  download target="_blank"> Audiodatei herunterladen (7,17 MB)</u></a><br><br><p>MARGARETE:<br />
Versprich mir, Heinrich!</p>
<p>FAUST:<br />
Was ich kann!</p>
<p>MARGARETE:<br />
Nun sag, wie hast du’s mit der Religion?<br />
Du bist ein herzlich guter Mann,<br />
Allein ich glaub, du hältst nicht viel davon.</p>
<p>FAUST:<br />
Laß das, mein Kind! Du fühlst, ich bin dir gut;<br />
Für meine Lieben ließ‘ ich Leib und Blut,<br />
Will niemand sein Gefühl und seine Kirche rauben.</p>
<p>MARGARETE:<br />
Das ist nicht recht, man muß dran glauben.</p>
<p>FAUST:<br />
Muß man?</p>
<p>MARGARETE:<br />
Ach! wenn ich etwas auf dich konnte!<br />
Du ehrst auch nicht die heil’gen Sakramente.</p>
<p>FAUST:<br />
Ich ehre sie.</p>
<p>MARGARETE:<br />
Doch ohne Verlangen.<br />
Zur Messe, zur Beichte bist du lange nicht gegangen.<br />
Glaubst du an Gott?</p>
<p>FAUST:<br />
Mein Liebchen, wer darf sagen: Ich glaub an Gott?<br />
Magst Priester oder Weise fragen,<br />
Und ihre Antwort scheint nur Spott<br />
Über den Frager zu sein.</p>
<p>MARGARETE:<br />
So glaubst du nicht?</p>
<p>FAUST:<br />
Mißhör mich nicht, du holdes Angesicht!<br />
Wer darf ihn nennen?<br />
Und wer bekennen:<br />
Ich glaub ihn!<br />
Wer empfinden,<br />
Und sich unterwinden<br />
Zu sagen: Ich glaub ihn nicht!<br />
Der Allumfasser,<br />
Der Allerhalter,<br />
Faßt und erhält er nicht<br />
Dich, mich, sich selbst?<br />
Wölbt sich der Himmel nicht da droben?<br />
Liegt die Erde nicht hier unten fest?<br />
Und steigen freundlich blickend<br />
Ewige Sterne nicht herauf?<br />
Schau ich nicht Aug in Auge dir,<br />
Und drängt nicht alles<br />
Nach Haupt und Herzen dir,<br />
Und webt in ewigem Geheimnis<br />
Unsichtbar sichtbar neben dir?<br />
Erfüll davon dein Herz, so groß es ist,<br />
Und wenn du ganz in dem Gefühle selig bist,<br />
Nenn es dann, wie du willst,<br />
Nenn’s Glück! Herz! Liebe! Gott!<br />
Ich habe keinen Namen<br />
Dafür! Gefühl ist alles;<br />
Name ist Schall und Rauch,<br />
Umnebelnd Himmelsglut.</p>
<p><img src="https://podcast-lesung.de/wp-content/uploads/15-faust-gretchenfrage.png"></p>
<p>MARGARETE:<br />
Das ist alles recht schön und gut;<br />
Ungefähr sagt das der Pfarrer auch,<br />
Nur mit ein bißchen andern Worten.</p>
<p>FAUST:<br />
Es sagen’s allerorten<br />
Alle Herzen unter dem himmlischen Tage,<br />
Jedes in seiner Sprache;<br />
Warum nicht ich in der meinen?</p>
<p>MARGARETE:<br />
Wenn man’s so hört, möcht’s leidlich scheinen,<br />
Steht aber doch immer schief darum;<br />
Denn du hast kein Christentum.</p>
<p>FAUST:<br />
Liebs Kind!</p>
<p>MARGARETE:<br />
Es tut mir lange schon weh, Daß ich dich in der Gesellschaft seh.</p>
<p>FAUST:<br />
Wie so?</p>
<p>MARGARETE:<br />
Der Mensch, den du da bei dir hast, Ist mir in tiefer innrer Seele verhaßt;<br />
Es hat mir in meinem Leben<br />
So nichts einen Stich ins Herz gegeben<br />
Als des Menschen widrig Gesicht.</p>
<p>FAUST:<br />
Liebe Puppe, fürcht ihn nicht!</p>
<p>MARGARETE:<br />
Seine Gegenwart bewegt mir das Blut.<br />
Ich bin sonst allen Menschen gut;<br />
Aber wie ich mich sehne, dich zu schauen,<br />
Hab ich vor dem Menschen ein heimlich Grauen,<br />
Und halt ihn für einen Schelm dazu!<br />
Gott verzeih mir’s, wenn ich ihm unrecht tu!</p>
<p>FAUST:<br />
Es muß solche Käuze geben.</p>
<p>MARGARETE:<br />
Wollte nicht mit seinesgleichen leben!<br />
Kommt er einmal zur Tür herein,<br />
Sieht er immer so spöttisch drein<br />
Und halb ergrimmt;<br />
Man sieht, daß er an nichts keinen Anteil nimmt;<br />
Es steht ihm an der Stirn geschrieben,<br />
Daß er nicht mag eine Seele lieben.<br />
Mir wird’s so wohl in deinem Arm,<br />
So frei, so hingegeben warm,<br />
Und seine Gegenwart schnürt mir das Innre zu.</p>
<p>FAUST:<br />
Du ahndungsvoller Engel du!</p>
<p>MARGARETE:<br />
Das übermannt mich so sehr,<br />
Daß, wo er nur mag zu uns treten,<br />
Mein ich sogar, ich liebte dich nicht mehr.<br />
Auch, wenn er da ist, könnt ich nimmer beten,<br />
Und das frißt mir ins Herz hinein;<br />
Dir, Heinrich, muß es auch so sein.</p>
<p>FAUST:<br />
Du hast nun die Antipathie!</p>
<p>MARGARETE:<br />
Ich muß nun fort.</p>
<p>FAUST:<br />
Ach kann ich nie Ein Stündchen ruhig dir am Busen hängen<br />
Und Brust an Brust und Seel in Seele drängen?</p>
<p>MARGARETE:<br />
Ach wenn ich nur alleine schlief!<br />
Ich ließ dir gern heut nacht den Riegel offen;<br />
Doch meine Mutter schläft nicht tief,<br />
Und würden wir von ihr betroffen,<br />
Ich wär gleich auf der Stelle tot!</p>
<p>FAUST:<br />
Du Engel, das hat keine Not.<br />
Hier ist ein Fläschchen!<br />
Drei Tropfen nur In ihren Trank umhüllen<br />
Mit tiefem Schlaf gefällig die Natur.</p>
<p>MARGARETE:<br />
Was tu ich nicht um deinetwillen?<br />
Es wird ihr hoffentlich nicht schaden!</p>
<p>FAUST:<br />
Würd ich sonst, Liebchen, dir es raten?</p>
<p>MARGARETE:<br />
Seh ich dich, bester Mann, nur an,<br />
Weiß nicht, was mich nach deinem Willen treibt,<br />
Ich habe schon so viel für dich getan,<br />
Daß mir zu tun fast nichts mehr übrigbleibt. (Ab.)Mephistopheles tritt auf.</p>
<p>MEPHISTOPHELES:<br />
Der Grasaff! ist er weg?</p>
<p>FAUST:<br />
Hast wieder spioniert?</p>
<p>MEPHISTOPHELES:<br />
Ich hab’s ausführlich wohl vernommen,<br />
Herr Doktor wurden da katechisiert;<br />
Hoff, es soll Ihnen wohl bekommen.<br />
Die Mädels sind doch sehr interessiert,<br />
Ob einer fromm und schlicht nach altem Brauch.<br />
Sie denken: duckt er da, folgt er uns eben auch.</p>
<p>FAUST:<br />
Du Ungeheuer siehst nicht ein,<br />
Wie diese treue liebe Seele<br />
Von ihrem Glauben voll,<br />
Der ganz allein<br />
Ihr seligmachend ist, sich heilig quäle,<br />
Daß sie den liebsten Mann verloren halten soll.<br />
<a name="player15"></a><br />
MEPHISTOPHELES:<br />
Du übersinnlicher sinnlicher Freier,<br />
Ein Mägdelein nasführet dich.</p>
<p>FAUST:<br />
Du Spottgeburt von Dreck und Feuer!</p>
<p>MEPHISTOPHELES:<br />
Und die Physiognomie versteht sie meisterlich:<br />
In meiner Gegenwart wird’s ihr, sie weiß nicht wie,<br />
Mein Mäskchen da weissagt verborgnen Sinn;<br />
Sie fühlt, daß ich ganz sicher ein Genie,<br />
Vielleicht wohl gar der Teufel bin.<br />
Nun, heute nacht-?</p>
<p>FAUST:<br />
Was geht dich’s an?</p>
<p>MEPHISTOPHELES:<br />
Hab ich doch meine Freude dran!</p>
<p>Bild: James Tissot</p>
]]></content:encoded>
			</item>
		<item>
		<title>(10) Johann Wolfang Goethe »Faust 1 &#8211; Prolog im Himmel«</title>
		<link>https://podcast-lesung.de/10-johann-wolfang-goethe-faust-1-prolog-im-himmel/</link>
		<pubDate>Sun, 20 Aug 2006 06:41:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[elisa]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Goethe, J. W.]]></category>
		<category><![CDATA[Faust]]></category>
		<category><![CDATA[Goethe]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://podcast-lesung.de/2006/08/20/11-johann-wolfang-goethe-faust-1-prolog-im-himmel/</guid>
		<description><![CDATA[Dauer: 4:39 &#124; Audiodatei herunterladen (4,44 MB)MEPHISTOPHELES: Da du, o Herr, dich einmal wieder nahst Und fragst, wie alles sich bei uns befinde, Und du mich sonst gewöhnlich gerne sahst, So siehst du mich auch unter dem Gesinde. Verzeih, ich kann nicht hohe Worte machen, Und wenn mich auch der ganze Kreis verhöhnt; Mein Pathos [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<audio id="music" preload="true">
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Da du, o Herr, dich einmal wieder nahst<br />
Und fragst, wie alles sich bei uns befinde,<br />
Und du mich sonst gewöhnlich gerne sahst,<br />
So siehst du mich auch unter dem Gesinde.</p>
<p>Verzeih, ich kann nicht hohe Worte machen,<br />
Und wenn mich auch der ganze Kreis verhöhnt;<br />
Mein Pathos brächte dich gewiß zum Lachen,<br />
Hättst du dir nicht das Lachen abgewöhnt.</p>
<p>Von Sonn‘ und Welten weiß ich nichts zu sagen,<br />
Ich sehe nur, wie sich die Menschen plagen.<br />
Der kleine Gott der Welt bleibt stets von gleichem Schlag,<br />
Und ist so wunderlich als wie am ersten Tag.</p>
<p>Ein wenig besser würd er leben,<br />
Hättst du ihm nicht den Schein des Himmelslichts gegeben;<br />
Er nennt’s Vernunft und braucht’s allein,<br />
Nur tierischer als jedes Tier zu sein.</p>
<p>Er scheint mir, mit Verlaub von euer Gnaden,<br />
Wie eine der langbeinigen Zikaden,<br />
Die immer fliegt und fliegend springt<br />
Und gleich im Gras ihr altes Liedchen singt;<br />
Und läg er nur noch immer in dem Grase!<br />
In jeden Quark begräbt er seine Nase.</p>
<p><b>DER HERR: </b><br />
Hast du mir weiter nichts zu sagen?<br />
Kommst du nur immer anzuklagen?<br />
Ist auf der Erde ewig dir nichts recht?</p>
<p><b>MEPHISTOPHELES: </b><br />
Nein Herr! ich find es dort, wie immer, herzlich schlecht.<br />
Die Menschen dauern mich in ihren Jammertagen,<br />
Ich mag sogar die armen selbst nicht plagen.</p>
<p><b>DER HERR: </b><br />
Kennst du den Faust?</p>
<p><b>MEPHISTOPHELES: </b><br />
Den Doktor?</p>
<p><b>DER HERR: </b><br />
Meinen Knecht!</p>
<p><b>MEPHISTOPHELES: </b><br />
Fürwahr! er dient Euch auf besondre Weise.<br />
Nicht irdisch ist des Toren Trank noch Speise.<br />
Ihn treibt die Gärung in die Ferne,<br />
Er ist sich seiner Tollheit halb bewußt;<br />
Vom Himmel fordert er die schönsten Sterne<br />
Und von der Erde jede höchste Lust,<br />
Und alle Näh und alle Ferne<br />
Befriedigt nicht die tiefbewegte Brust.</p>
<p><b>DER HERR: </b><br />
Wenn er mir jetzt auch nur verworren dient,<br />
So werd ich ihn bald in die Klarheit führen.<br />
Weiß doch der Gärtner, wenn das Bäumchen grünt,<br />
Das Blüt und Frucht die künft’gen Jahre zieren.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-551" src="https://podcast-lesung.de/wp-content/uploads/images/The_Devil_bargains_with_God_over_Jobs_faith_in_Duomo_San_Gimignano.jpg" alt="" width="400" height="468" /></p>
<p><b>MEPHISTOPHELES: </b><br />
Was wettet Ihr? den sollt Ihr noch verlieren!<br />
Wenn Ihr mir die Erlaubnis gebt,<br />
Ihn meine Straße sacht zu führen.</p>
<p><b>DER HERR: </b><br />
Solang er auf der Erde lebt,<br />
So lange sei dir’s nicht verboten,<br />
Es irrt der Mensch so lang er strebt.</p>
<p><b>MEPHISTOPHELES: </b><br />
Da dank ich Euch; denn mit den Toten<br />
Hab ich mich niemals gern befangen.<br />
Am meisten lieb ich mir die vollen, frischen Wangen.<br />
Für einem Leichnam bin ich nicht zu Haus;<br />
Mir geht es wie der Katze mit der Maus.</p>
<p><b>DER HERR: </b><br />
Nun gut, es sei dir überlassen!<br />
Zieh diesen Geist von seinem Urquell ab,<br />
Und führ ihn, kannst du ihn erfassen,<br />
Auf deinem Wege mit herab,<br />
Und steh beschämt, wenn du bekennen mußt:<br />
Ein guter Mensch, in seinem dunklen Drange,<br />
Ist sich des rechten Weges wohl bewußt.</p>
<p><b>MEPHISTOPHELES: </b><br />
Schon gut! nur dauert es nicht lange.<br />
Mir ist für meine Wette gar nicht bange.<br />
Wenn ich zu meinem Zweck gelange,<br />
Erlaubt Ihr mir Triumph aus voller Brust.<br />
Staub soll er fressen, und mit Lust,<br />
Wie meine Muhme, die berühmte Schlange.</p>
<p><b>DER HERR: </b><br />
Du darfst auch da nur frei erscheinen;<br />
Ich habe deinesgleichen nie gehaßt.<br />
Von allen Geistern, die verneinen,<br />
ist mir der Schalk am wenigsten zur Last.<br />
Des Menschen Tätigkeit kann allzu leicht erschlaffen,<br />
er liebt sich bald die unbedingte Ruh;<br />
Drum geb ich gern ihm den Gesellen zu,<br />
Der reizt und wirkt und muß als Teufel schaffen.<br />
Doch ihr, die echten Göttersöhne,<br />
Erfreut euch der lebendig reichen Schöne!<br />
Das Werdende, das ewig wirkt und lebt,<br />
Umfass euch mit der Liebe holden Schranken,<br />
Und was in schwankender Erscheinung schwebt,<br />
Befestigt mit dauernden Gedanken!<br />
<a name="player11"></a><br />
<b>MEPHISTOPHELES (allein): </b><br />
Von Zeit zu Zeit seh ich den Alten gern,<br />
Und hüte mich, mit ihm zu brechen.<br />
Es ist gar hübsch von einem großen Herrn,<br />
So menschlich mit dem Teufel selbst zu sprechen.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>(1) Johann Wolfgang von Goethe »Faust 2 &#8211; Anmutige Gegend«</title>
		<link>https://podcast-lesung.de/1-johann-wolfgang-von-goethe-faust-2-anmutige-gegend/</link>
		<pubDate>Wed, 14 Jun 2006 15:39:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[elisa]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Goethe, J. W.]]></category>
		<category><![CDATA[Faust]]></category>
		<category><![CDATA[Goethe]]></category>
		<category><![CDATA[Natur]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://podcast-lesung.de/2006/06/14/01-johann-wolfgang-von-goethe-faust-2-milde-gegend/</guid>
		<description><![CDATA[Dauer: 2:58 &#124; Audiodatei herunterladen (2,22 MB)Der Tragödie zweiter Teil / 1. Akt Anmutige Gegend / Faust Des Lebens Pulse schlagen frisch lebendig, ätherische Dämmerung milde zu begrüßen; Du, Erde, warst auch diese Nacht beständig Und atmest neu erquickt zu meinen Füßen, Beginnest schon, mit Lust mich zu umgeben, Du regst und rührst ein kräftiges [&#8230;]]]></description>
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				<br>Dauer: 2:58 | <u><a href="https://podcast-lesung.de/wp-content/uploads/audio/1-johann-wolfgang-von-goethe-faust-2-anmutige-gegend.mp3"  download target="_blank"> Audiodatei herunterladen (2,22 MB)</u></a><br><br><p>Der Tragödie zweiter Teil / 1. Akt<br />
Anmutige Gegend / Faust</p>
<p>Des Lebens Pulse schlagen frisch lebendig,<br />
ätherische Dämmerung milde zu begrüßen;<br />
Du, Erde, warst auch diese Nacht beständig<br />
Und atmest neu erquickt zu meinen Füßen,<br />
Beginnest schon, mit Lust mich zu umgeben,<br />
Du regst und rührst ein kräftiges Beschließen,<br />
Zum höchsten Dasein immerfort zu streben.<br />
…<br />
Und stufenweis herab ist es gelungen; –<br />
Sie tritt hervor! – und, leider schon geblendet,<br />
Kehr‘ ich mich weg, vom Augenschmerz durchdrungen.<br />
So ist es also, wenn ein sehnend Hoffen<br />
Dem höchsten Wunsch sich traulich zugerungen,<br />
Erfüllungspforten findet flügeloffen;<br />
Nun aber bricht aus jenen ewigen Gründen<br />
Ein Flammenübermaß, wir stehn betroffen;<br />
Des Lebens Fackel wollten wir entzünden,<br />
Ein Feuermeer umschlingt uns, welch ein Feuer!<br />
Ist’s Lieb‘? ist’s Haß? die glühend uns umwinden,<br />
Mit Schmerz und Freuden wechselnd ungeheuer,<br />
So daß wir wieder nach der Erde blicken,<br />
Zu bergen uns in jugendlichstem Schleier.<br />
So bleibe denn die Sonne mir im Rücken!<br />
…<br />
Der Wassersturz, das Felsenriff durchbrausend,<br />
Ihn schau‘ ich an mit wachsendem Entzücken.<br />
…<br />
Allein wie herrlich, diesem Sturm ersprießend,<br />
Wölbt sich des bunten Bogens Wechseldauer,<br />
Bald rein gezeichnet, bald in Luft zerfließend,<br />
Umher verbreitend duftig kühle Schauer.<br />
Der spiegelt ab das menschliche Bestreben.<br />
Ihm sinne nach, und du begreifst genauer:<br />
Am farbigen Abglanz haben wir das Leben.</p>
<p><img src="https://podcast-lesung.de/wp-content/uploads/800px-Misty_morning03.jpg" width="400" height="267" /><br />
<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bild:Misty_morning03.jpg">„Morgenhimmel“ </a> für wikiMedia von flagstaffotos.com</p>
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