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	<title>Goethe &#8211; podcast-lesung.de</title>
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		<title>(59) Johann Wolfgang von Goethe »Hexenküche«  Auszug aus »Faust &#8211; Der Tragödie erster Teil«</title>
		<link>https://podcast-lesung.de/59-johann-wolfgang-von-goethe-hexenkueche-auszug-aus-faust-der-tragoedie-erster-teil/</link>
		<pubDate>Wed, 29 Apr 2015 16:58:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[elisa]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Goethe, J. W.]]></category>
		<category><![CDATA[Altern]]></category>
		<category><![CDATA[Faust]]></category>
		<category><![CDATA[Goethe]]></category>
		<category><![CDATA[Mephisto]]></category>

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		<description><![CDATA[Dauer: 4:05 &#124; Audiodatei herunterladen (9,51 MB)Auf einem niedrigen Herd steht ein großer Kessel über dem Feuer. In dem Dampfe, der davon in die Höhe steigt, zeigen sich verschiedene Gestalten. Eine Meerkatze sitzt bei dem Kessel und schäumt ihn, und sorgt daß er nicht überläuft. Der Meerkater mit den Jungen sitzt darneben und wärmt sich. [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<audio id="music" preload="true">
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				<br>Dauer: 4:05 | <u><a href="https://podcast-lesung.de/wp-content/uploads/audio/59-johann-wolfgang-von-goethe-hexenkueche-auszug-aus-faust-der-tragoedie-erster-teil.mp3"  download target="_blank"> Audiodatei herunterladen (9,51 MB)</u></a><br><br><p><em>Auf einem niedrigen Herd steht ein großer Kessel über dem Feuer. In dem Dampfe, der davon in die Höhe steigt, zeigen sich verschiedene Gestalten. Eine Meerkatze sitzt bei dem Kessel und schäumt ihn, und sorgt daß er nicht überläuft. Der Meerkater mit den Jungen sitzt darneben und wärmt sich. Wände und Decke sind mit dem seltsamsten Hexenhausrat geschmückt.</em></p>
<p><b>Faust.</b><br />
Mir widersteht das tolle Zauberwesen!<br />
Versprichst du mir, ich soll genesen,<br />
In diesem Wust von Raserei?<br />
Verlang’ ich Rat von einem alten Weibe?<br />
Und schafft die Sudelköcherei<br />
Wohl dreißig Jahre mir vom Leibe?<br />
Weh mir, wenn du nichts bessers weißt!<br />
Schon ist die Hoffnung mir verschwunden.<br />
Hat die Natur und hat ein edler Geist<br />
Nicht irgend einen Balsam ausgefunden?</p>
<p><b>Mephistopheles.</b><br />
Mein Freund, nun sprichst du wieder klug!<br />
Dich zu verjüngen, gibt’s auch ein natürlich Mittel;<br />
Allein es steht in einem andern Buch,<br />
Und ist ein wunderlich Kapitel.</p>
<p><b>Faust.</b><br />
Ich will es wissen.</p>
<p><b>Mephistopheles.</b><br />
Gut! Ein Mittel, ohne Geld<br />
Und Arzt und Zauberei, zu haben:<br />
Begib dich gleich hinaus aufs Feld,<br />
Fang’ an zu hacken und zu graben,<br />
Erhalte dich und deinen Sinn<br />
In einem ganz beschränkten Kreise,<br />
Ernähre dich mit ungemischter Speise,<br />
Leb’ mit dem Vieh als Vieh, und acht’ es nicht für Raub,<br />
Den Acker, den du erntest, selbst zu düngen;<br />
Das ist das beste Mittel, glaub’,<br />
Auf achtzig Jahr dich zu verjüngen!</p>
<p><img src="https://podcast-lesung.de/wp-content/uploads/noerre-aslslev-kirke-totentanz.jpg" /><br />
<small>Bild: »Totentanz – Bauer« <em>Pfarrkirche Nørre Alslev; Fresken des Meisters von Elmelunde aus dem 14.Jahrhundert; Foto:Wolfgang Sauber-CCBY</em></small></p>
<p><b>Faust.</b><br />
Das bin ich nicht gewöhnt, ich kann mich nicht bequemen<br />
Den Spaten in die Hand zu nehmen,<br />
Das enge Leben steht mir gar nicht an.</p>
<p><b>Mephistopheles.</b><br />
So muß denn doch die Hexe dran.</p>
<p><b>Faust.</b><br />
Warum denn just das alte Weib?<br />
Kannst du den Trank nicht selber brauen?</p>
<p><b>Mephistopheles.</b><br />
Das wär’ ein schöner Zeitvertreib!<br />
Ich wollt’ indes wohl tausend Brücken bauen.<br />
Nicht Kunst und Wissenschaft allein,<br />
Geduld will bei dem Werke sein.<br />
Ein stiller Geist ist Jahre lang geschäftig,<br />
Die Zeit nur macht die feine Gährung kräftig.<br />
Und alles was dazu gehört<br />
Es sind gar wunderbare Sachen!<br />
Der Teufel hat sie’s zwar gelehrt;<br />
Allein der Teufel kann’s nicht machen.</p>
]]></content:encoded>
			</item>
		<item>
		<title>(58) Johann Wolfgang von Goethe »Gretchens Stube« aus »Faust &#8211; Der Tragödie erster Teil«</title>
		<link>https://podcast-lesung.de/58-johann-wolfgang-von-goethe-gretchens-stube-aus-faust-der-tragoedie-erster-teil/</link>
		<pubDate>Tue, 14 Apr 2015 15:34:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[elisa]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Goethe, J. W.]]></category>
		<category><![CDATA[Faust]]></category>
		<category><![CDATA[Goethe]]></category>
		<category><![CDATA[Gretchen]]></category>
		<category><![CDATA[Liebe]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://podcast-lesung.de/2015/04/14/59-johann-wolfgang-von-goethe-gretchens-stube-aus-faust-der-tragoedie-erster-teil/</guid>
		<description><![CDATA[Dauer: 5:39 &#124; Audiodatei herunterladen (13,10 MB)Gretchen (am Spinnrad, allein) Meine Ruh ist hin, Mein Herz ist schwer; Ich finde sie nimmer und nimmermehr. Wo ich ihn nicht hab, Ist mir das Grab, Die ganze Welt Ist mir vergällt. Mein armer Kopf Ist mir verrückt, Meiner armer Sinn Ist mir zerstückt. Meine Ruh ist hin, [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<audio id="music" preload="true">
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				<br>Dauer: 5:39 | <u><a href="https://podcast-lesung.de/wp-content/uploads/audio/58-johann-wolfgang-von-goethe-gretchens-stube-aus-faust-der-tragoedie-erster-teil.mp3"  download target="_blank"> Audiodatei herunterladen (13,10 MB)</u></a><br><br><p><em>Gretchen (am Spinnrad, allein)</em></p>
<p>Meine Ruh ist hin,<br />
Mein Herz ist schwer;<br />
Ich finde sie nimmer<br />
und nimmermehr.</p>
<p>Wo ich ihn nicht hab,<br />
Ist mir das Grab,<br />
Die ganze Welt<br />
Ist mir vergällt.</p>
<p>Mein armer Kopf<br />
Ist mir verrückt,<br />
Meiner armer Sinn<br />
Ist mir zerstückt.</p>
<p>Meine Ruh ist hin,<br />
Mein Herz ist schwer,<br />
Ich finde sie nimmer<br />
und nimmermehr.</p>
<p><img src="https://podcast-lesung.de/wp-content/uploads/59-George_Romney_-_Seated_Woman..jpg" /><br />
<small>Bild: George Romney</small></p>
<p>Nach ihm nur schau ich<br />
Zum Fenster hinaus,<br />
Nach ihm nur geh ich<br />
Aus dem Haus.</p>
<p>Sein hoher Gang,<br />
Sein edle Gestalt,<br />
Seines Mundes Lächeln,<br />
Seiner Augen Gewalt,</p>
<p>Und seiner Rede<br />
Zauberfluß,<br />
Sein Händedruck,<br />
Und ach! sein Kuß!</p>
<p>Meine Ruh ist hin,<br />
Mein Herz ist schwer,<br />
Ich finde sie nimmer<br />
und nimmermehr.</p>
<p>Mein Busen drängt<br />
Sich nach ihm hin,<br />
Ach dürft ich fassen<br />
Und halten ihn,</p>
<p>Und küssen ihn,<br />
So wie ich wollt,<br />
An seinen Küssen<br />
Vergehen sollt!</p>
]]></content:encoded>
			</item>
		<item>
		<title>(55) Johann Wolfgang von Goethe »An meine Mutter«</title>
		<link>https://podcast-lesung.de/55-johann-wolfgang-von-goethe-an-meine-mutter/</link>
		<pubDate>Sat, 10 May 2014 23:50:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[elisa]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Goethe, J. W.]]></category>
		<category><![CDATA[Goethe]]></category>
		<category><![CDATA[Mutter]]></category>
		<category><![CDATA[Muttertag]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://podcast-lesung.de/2014/05/11/56-johann-wolfgang-von-goethe-an-meine-mutter/</guid>
		<description><![CDATA[Dauer: 5:52 &#124; Audiodatei herunterladen (8,22 MB)Obgleich kein Gruß, obgleich kein Brief von mir, So lang dir kömmt, laß keinen Zweifel doch Ins Herz, als wär die Zärtlichkeit des Sohns, Die ich dir schuldig bin, aus meiner Brust Entwichen. Nein, so wenig als der Fels Der tief im Fluß, vor ewgem Ancker liegt, Aus seiner [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<audio id="music" preload="true">
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				<br>Dauer: 5:52 | <u><a href="https://podcast-lesung.de/wp-content/uploads/audio/55-johann-wolfgang-von-goethe-an-meine-mutter.mp3"  download target="_blank"> Audiodatei herunterladen (8,22 MB)</u></a><br><br><p>Obgleich kein Gruß, obgleich kein Brief von mir,<br />
So lang dir kömmt, laß keinen Zweifel doch<br />
Ins Herz, als wär die Zärtlichkeit des Sohns,<br />
Die ich dir schuldig bin, aus meiner Brust<br />
Entwichen. Nein, so wenig als der Fels<br />
Der tief im Fluß, vor ewgem Ancker liegt,<br />
Aus seiner Stätte weicht, obgleich die Fluht,<br />
Mit stürmschen Wellen bald, mit sanften bald<br />
Darüber fließt, und ihn dem Aug entreißt.<br />
So wenig weicht die Zärtlichkeit für dich<br />
Aus meiner Brust, obgleich des Lebens Strom,<br />
Vom Schmerz gepeitscht bald stürmend drüber fließt,<br />
Und, von der Freude bald gestreichelt, still<br />
Sie deckt, und sie verhindert daß sie nicht<br />
Ihr Haupt der Sonne zeigt, und ringsumher<br />
Zurückgeworfne Strahlen trägt, und dir<br />
Bey jedem Blicke zeigt, wie dich dein Sohn verehrt.</p>
<p><img src="https://podcast-lesung.de/wp-content/uploads/Denkmal-Goethes-Mutter.png" /></p>
<p>Foto: Andreas Praefcke (<i>Denkmal für die Mutter Goethes im Palmengarten in Frankfurt am Main</i>)<br />
Text: <a href="http://www.zeno.org/Literatur/M/Goethe,+Johann+Wolfgang/Briefe/1767">zeno.org</a> (<i>Goethe schrieb dieses Gedicht 1767 mit 17 Jahren, in einem Brief an seine Schwester Cornelia.</i>)</p>
]]></content:encoded>
			</item>
		<item>
		<title>(51) Johann Wolfgang von Goethe »Dilettant und Kritiker«</title>
		<link>https://podcast-lesung.de/51-johann-wolfgang-von-goethe-dilettant-und-kritiker/</link>
		<pubDate>Tue, 05 Feb 2013 19:57:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[elisa]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Goethe, J. W.]]></category>
		<category><![CDATA[Fuchs]]></category>
		<category><![CDATA[Goethe]]></category>
		<category><![CDATA[Kritik]]></category>
		<category><![CDATA[Moral]]></category>
		<category><![CDATA[Tiere]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://podcast-lesung.de/2013/02/05/52-johann-wolfgang-von-goethe-dilettant-und-kritiker/</guid>
		<description><![CDATA[Dauer: 2:26 &#124; Audiodatei herunterladen (5,73 MB)Es hatt ein Knab‘ eine Taube zart, Gar schön von Farben und bunt, Gar herzlich lieb, nach Knabenart, Geätzet aus seinem Mund Und hatte so Freud‘ am Täubchen sein, Daß er nicht konnte sich freuen allein. Da lebte nicht weit ein Alt-Fuchs herum, Erfahren und lehrreich und schwätzig darum; [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<audio id="music" preload="true">
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				<br>Dauer: 2:26 | <u><a href="https://podcast-lesung.de/wp-content/uploads/audio/51-johann-wolfgang-von-goethe-dilettant-und-kritiker.mp3"  download target="_blank"> Audiodatei herunterladen (5,73 MB)</u></a><br><br><p>Es hatt ein Knab‘ eine Taube zart,<br />
Gar schön von Farben und bunt,<br />
Gar herzlich lieb, nach Knabenart,<br />
Geätzet aus seinem Mund<br />
Und hatte so Freud‘ am Täubchen sein,<br />
Daß er nicht konnte sich freuen allein.</p>
<p>Da lebte nicht weit ein Alt-Fuchs herum,<br />
Erfahren und lehrreich und schwätzig darum;<br />
Der hatte den Knaben manch Stündlein ergetzt,<br />
Mit Wundern und Lügen verprahlt und verschwätzt.</p>
<p><img src="https://podcast-lesung.de/wp-content/uploads/fuchs.jpg" /></p>
<p>„Muß meinem Fuchs doch mein Täubelein zeigen!“<br />
Er lief und fand ihn strecken in Sträuchen.<br />
„Sieh, Fuchs, mein lieb Täublein, mein Täubchen so schön!<br />
Hast du dein‘ Tag‘ so ein Täubchen geseh’n?“<br />
„Zeig‘ her!“ – Der Knabe reicht’s. – „Geht wohl an;<br />
Aber es fehlt noch, manches dran.<br />
Die Federn, zum Exempel, sind zu kurz geraten.“<br />
Da fing er an, rupft‘ sich den Braten.</p>
<p>Der Knabe schrie. – „Du mußt stärkre einsetzen,<br />
Sonst ziert’s nicht, schwinget nicht.“<br />
Da war’s nackt – Mißgeburt! – und in Fetzen.<br />
Dem Knaben das Herze bricht.</p>
<p>Wer sich erkennt im Knaben gut,<br />
Der sei vor Füchsen auf seiner Hut.</p>
]]></content:encoded>
			</item>
		<item>
		<title>(43) Johann Wolfgang von Goethe »Wilhelm Meisters Lehrjahre«</title>
		<link>https://podcast-lesung.de/43-johann-wolfgang-von-goethe-wilhelm-meisters-lehrjahre/</link>
		<pubDate>Fri, 03 Jul 2009 13:48:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[elisa]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Goethe, J. W.]]></category>
		<category><![CDATA[Goethe]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://podcast-lesung.de/2009/07/03/44-johann-wolfgang-von-goethe-wilhelm-meisters-lehrjahre/</guid>
		<description><![CDATA[Dauer: 4:15 &#124; Audiodatei herunterladen (9,90 MB)Achtzehntes Kapitel Er war, man darf sagen, auf dem Theater geboren und gesäugt. (…) Leider mußte er den Beifall, den er an glänzenden Abenden erhielt, in den Zwischenzeiten sehr teuer bezahlen. Sein Vater, überzeugt, daß nur durch Schläge die Aufmerksamkeit der Kinder erregt und festgehalten werden könne, prügelte ihn [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<audio id="music" preload="true">
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				<br>Dauer: 4:15 | <u><a href="https://podcast-lesung.de/wp-content/uploads/audio/43-johann-wolfgang-von-goethe-wilhelm-meisters-lehrjahre.mp3"  download target="_blank"> Audiodatei herunterladen (9,90 MB)</u></a><br><br><p><b>Achtzehntes Kapitel</b></p>
<p>Er war,<br />
man darf sagen,<br />
auf dem Theater geboren und gesäugt. (…)</p>
<p>Leider mußte er den Beifall,<br />
den er an glänzenden Abenden erhielt,<br />
in den Zwischenzeiten sehr teuer bezahlen.</p>
<p>Sein Vater, überzeugt,<br />
daß nur durch Schläge<br />
die Aufmerksamkeit der Kinder erregt<br />
und festgehalten werden könne,<br />
prügelte ihn beim Einstudieren<br />
einer jeden Rolle zu abgemessenen Zeiten;</p>
<p>nicht, weil das Kind ungeschickt war,<br />
sondern damit es sich desto gewisser<br />
und anhaltender geschickt zeigen möge.</p>
<p>(…) Er wuchs heran<br />
und zeigte außerordentliche Fähigkeiten<br />
des Geistes<br />
und Fertigkeiten des Körpers</p>
<p>und dabei eine große Biegsamkeit<br />
sowohl in seiner Vorstellungsart<br />
als in Handlungen und Gebärden.</p>
<p>Seine Nachahmungsgabe überstieg allen Glauben.</p>
<p>Schon als Knabe ahmte er Personen nach,<br />
so daß man sie zu sehen glaubte,<br />
ob sie ihm schon an Gestalt,<br />
Alter und Wesen völlig unähnlich<br />
und untereinander verschieden waren.<br />
Dabei fehlte es ihm nicht an der Gabe,<br />
sich in die Welt zu schicken,<br />
und sobald er sich einigermaßen seiner Kräfte bewußt war,<br />
fand er nichts natürlicher, als seinem Vater zu entfliehen,<br />
der, wie die Vernunft des Knaben zunahm<br />
und seine Geschicklichkeit sich vermehrte,<br />
ihnen noch durch harte Begegnung nachzuhelfen für nötig fand.</p>
<p>Wie glücklich fühlte sich der lose Knabe nun in der freien Welt,<br />
da ihm seine Eulenspiegelspossen<br />
überall eine gute Aufnahme verschafften.</p>
<p>(…) Er schien hingerissen und lauerte auf den Effekt,<br />
und sein größter Stolz war,<br />
die Menschen stufenweise in Bewegung zu setzen.</p>
<p>(…) Dabei aber war seine Selbstigkeit äußerst beleidigt,<br />
wenn er nicht jedem gefiel<br />
und wenn er nicht überall Beifall erregte.</p>
<p>Wie dieser zu erlangen sei,<br />
darauf hatte er nach und nach so genau achtgegeben<br />
und hatte seinen Sinn so geschärft,<br />
daß er nicht allein bei seinen Darstellungen,<br />
sondern auch im gemeinen Leben<br />
nicht mehr anders als schmeicheln konnte.</p>
<p>Und so arbeitete seine Gemütsart,<br />
sein Talent und seine Lebensart<br />
dergestalt wechselsweise gegeneinander,<br />
daß er sich unvermerkt<br />
zu einem vollkommnen Schauspieler ausgebildet sah.</p>
<p>Ja, durch eine seltsam scheinende,<br />
aber ganz natürliche Wirkung<br />
und Gegenwirkung stieg durch Einsicht und Übung<br />
seine Rezitation, Deklamation und sein Gebärdenspiel</p>
<p>zu einer hohen Stufe von Wahrheit, Freiheit und Offenheit,</p>
<p>indem er im Leben und Umgang<br />
immer heimlicher, künstlicher,</p>
<p>ja verstellt und ängstlich zu werden schien.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-208" src="https://podcast-lesung.de/wp-content/uploads/uli-me-as-michael.jpg" alt="" width="404" height="397" /><br />
Bild: <a href="http://ulrike-theusner.de">Ulrike Theusner</a> „Me As Michael“ – 2008</p>
]]></content:encoded>
			</item>
		<item>
		<title>(39) Johann Wolfgang von Goethe »Das Göttliche«</title>
		<link>https://podcast-lesung.de/39-johann-wolfgang-von-goethe-das-goettliche/</link>
		<pubDate>Sun, 30 Nov 2008 19:49:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[elisa]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Goethe, J. W.]]></category>
		<category><![CDATA[Goethe]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://podcast-lesung.de/2008/11/30/40-johann-wolfgang-von-goethe-das-goettliche/</guid>
		<description><![CDATA[Dauer: 3:01 &#124; Audiodatei herunterladen (7,06 MB)Edel sei der Mensch, Hilfreich und gut! Denn das allein Unterscheidet ihn Von allen Wesen, Die wir kennen. Heil den unbekannten Höhern Wesen, Die wir ahnen! Ihnen gleiche der Mensch; Sein Beispiel lehr uns Jene glauben. Denn unfühlend Ist die Natur: Es leuchtet die Sonne Über Bös‘ und Gute, [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<audio id="music" preload="true">
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				<br>Dauer: 3:01 | <u><a href="https://podcast-lesung.de/wp-content/uploads/audio/39-johann-wolfgang-von-goethe-das-goettliche.mp3"  download target="_blank"> Audiodatei herunterladen (7,06 MB)</u></a><br><br><p>Edel sei der Mensch,<br />
Hilfreich und gut!<br />
Denn das allein<br />
Unterscheidet ihn<br />
Von allen Wesen,<br />
Die wir kennen.</p>
<p>Heil den unbekannten<br />
Höhern Wesen,<br />
Die wir ahnen!<br />
Ihnen gleiche der Mensch;<br />
Sein Beispiel lehr uns<br />
Jene glauben.</p>
<p>Denn unfühlend<br />
Ist die Natur:<br />
Es leuchtet die Sonne<br />
Über Bös‘ und Gute,<br />
Und dem Verbrecher<br />
Glänzen wie dem Besten,<br />
Der Mond und die Sterne.</p>
<p>Wind und Ströme,<br />
Donner und Hagel<br />
Rauschen ihren Weg<br />
Und ergreifen,<br />
Vorüber eilend,<br />
Einen um den andern.</p>
<p>Auch so das Glück<br />
Tappt unter die Menge,<br />
Faßt bald des Knaben<br />
Lockige Unschuld,<br />
Bald auch den kahlen<br />
Schuldigen Scheitel.</p>
<p><img src="https://podcast-lesung.de/wp-content/uploads/edel-sei-der-mensch-elisa-theusner.jpg"></p>
<p>Nach ewigen, ehrnen,<br />
Großen Gesetzen<br />
Müssen wir alle<br />
Unseres Daseins<br />
Kreise vollenden.</p>
<p>Nur allein der Mensch<br />
Vermag das Unmögliche:<br />
Er unterscheidet,<br />
Wählet und richtet;<br />
Er kann dem Augenblick<br />
Dauer verleihen.</p>
<p>Er allein darf<br />
Den Guten lohnen,<br />
Den Bösen strafen,<br />
Heilen und retten,<br />
Alles Irrende, Schweifende<br />
Nützlich verbinden.</p>
<p>Und wir verehren<br />
Die Unsterblichen,<br />
Als wären sie Menschen,<br />
Täten im Großen,<br />
Was der Beste im Kleinen<br />
Tut oder möchte.<br />
<a name="player40"></a><br />
Der edle Mensch<br />
Sei hilfreich und gut!<br />
Unermüdet schaff er<br />
Das Nützliche, Rechte,<br />
Sei uns ein Vorbild<br />
Jener geahneten Wesen!</p>
<p>Lesung &amp; Collage: Elisa Demonkí<br />
Musik: Ulrike Theusner</p>
]]></content:encoded>
			</item>
		<item>
		<title>(38) Johann Wolfgang von Goethe »Heidenröslein« 1771</title>
		<link>https://podcast-lesung.de/38-johann-wolfgang-von-goethe-heidenroeslein-1771/</link>
		<pubDate>Sat, 29 Nov 2008 19:14:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[elisa]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Goethe, J. W.]]></category>
		<category><![CDATA[Gedicht]]></category>
		<category><![CDATA[Goethe]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://podcast-lesung.de/2008/11/29/39-johann-wolfgang-von-goethe-heidenroeslein-1771/</guid>
		<description><![CDATA[Dauer: 1:55 &#124; Audiodatei herunterladen (4,58 MB)Sah ein Knab ein Röslein stehn, Röslein auf der Heiden, War so jung und morgenschön, Lief er schnell, es nah zu sehn, Sah’s mit vielen Freuden. Röslein, Röslein, Röslein rot, Röslein auf der Heiden. Knabe sprach: Ich breche dich, Röslein auf der Heiden! Röslein sprach: Ich steche dich, Daß [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<audio id="music" preload="true">
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				<br>Dauer: 1:55 | <u><a href="https://podcast-lesung.de/wp-content/uploads/audio/38-johann-wolfgang-von-goethe-heidenroeslein-1771.mp3"  download target="_blank"> Audiodatei herunterladen (4,58 MB)</u></a><br><br><p>Sah ein Knab ein Röslein stehn,<br />
Röslein auf der Heiden,<br />
War so jung und morgenschön,<br />
Lief er schnell, es nah zu sehn,<br />
Sah’s mit vielen Freuden.<br />
Röslein, Röslein, Röslein rot,<br />
Röslein auf der Heiden.</p>
<p>Knabe sprach: Ich breche dich,<br />
Röslein auf der Heiden!<br />
Röslein sprach: Ich steche dich,<br />
Daß du ewig denkst an mich,<br />
Und ich will’s nicht leiden.<br />
Röslein, Röslein, Röslein rot,<br />
Röslein auf der Heiden.</p>
<p>Und der wilde Knabe brach<br />
’s Röslein auf der Heiden;<br />
Röslein wehrte sich und stach,<br />
Half ihm doch kein Weh und Ach,<br />
Mußt es eben leiden.<br />
Röslein, Röslein, Röslein rot,<br />
Röslein auf der Heiden.</p>
<p><img src="https://podcast-lesung.de/wp-content/uploads/heidenroeslein-elisa-theusner.jpg"><br />
Collage: Elisa Demonkí<br />
Musik: Ulrike Theusner</p>
]]></content:encoded>
			</item>
		<item>
		<title>(26) Johann Wolfgang von Goethe »Willkommen und Abschied«</title>
		<link>https://podcast-lesung.de/26-johann-wolfgang-von-goethe-willkommen-und-abschied/</link>
		<pubDate>Sat, 25 Aug 2007 17:47:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[elisa]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Goethe, J. W.]]></category>
		<category><![CDATA[Goethe]]></category>
		<category><![CDATA[Liebe]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://podcast-lesung.de/2007/08/25/27-johann-wolfgang-von-goethe-willkommen-und-abschied/</guid>
		<description><![CDATA[Dauer: 2:39 &#124; Audiodatei herunterladen (6,08 MB)Es schlug mein Herz, geschwind zu Pferde! Es war getan fast eh gedacht. Der Abend wiegte schon die Erde, Und an den Bergen hing die Nacht; Schon stand im Nebelkleid die Eiche, Ein aufgetürmter Riese, da, Wo Finsternis aus dem Gesträuche Mit hundert schwarzen Augen sah. Der Mond von [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<audio id="music" preload="true">
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				<br>Dauer: 2:39 | <u><a href="https://podcast-lesung.de/wp-content/uploads/audio/26-johann-wolfgang-von-goethe-willkommen-und-abschied.mp3"  download target="_blank"> Audiodatei herunterladen (6,08 MB)</u></a><br><br><p>Es schlug mein Herz, geschwind zu Pferde!<br />
Es war getan fast eh gedacht.<br />
Der Abend wiegte schon die Erde,<br />
Und an den Bergen hing die Nacht;<br />
Schon stand im Nebelkleid die Eiche,<br />
Ein aufgetürmter Riese, da,<br />
Wo Finsternis aus dem Gesträuche<br />
Mit hundert schwarzen Augen sah.</p>
<p>Der Mond von einem Wolkenhügel<br />
Sah kläglich aus dem Duft hervor,<br />
Die Winde schwangen leise Flügel,<br />
Umsausten schauerlich mein Ohr;<br />
Die Nacht schuf tausend Ungeheuer,<br />
Doch frisch und fröhlich war mein Mut:<br />
In meinen Adern welches Feuer!<br />
In meinem Herzen welche Glut!</p>
<p>Dich sah ich, und die milde Freude<br />
Floß von dem süßen Blick auf mich;<br />
Ganz war mein Herz an deiner Seite<br />
Und jeder Atemzug für dich.<br />
Ein rosenfarbnes Frühlingswetter<br />
Umgab das liebliche Gesicht,<br />
Und Zärtlichkeit für mich ? ihr Götter!<br />
Ich hofft es, ich verdient es nicht!</p>
<p>Doch ach, schon mit der Morgensonne<br />
Verengt der Abschied mir das Herz:<br />
In deinen Küssen welche Wonne!<br />
In deinem Auge welcher Schmerz!<br />
Ich ging, du standst und sahst zur Erden,<br />
Und sahst mir nach mit nassem Blick:<br />
Und doch, welch Glück, geliebt zu werden!<br />
Und lieben, Götter, welch ein Glück!</p>
<p>Klavier: <a href="http://ulrike-theusner.de">Ulrike Theusner</a></p>
<p><img src="https://podcast-lesung.de/wp-content/uploads/goethe_wald_Elisa_Theusner.jpg"></p>
]]></content:encoded>
			</item>
		<item>
		<title>(23) Johann Wolfgang von Goethe »Osterspaziergang«</title>
		<link>https://podcast-lesung.de/23-johann-wolfgang-von-goethe-osterspaziergang/</link>
		<pubDate>Thu, 05 Apr 2007 20:35:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[elisa]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Goethe, J. W.]]></category>
		<category><![CDATA[Gedicht]]></category>
		<category><![CDATA[Goethe]]></category>
		<category><![CDATA[Ostern]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://podcast-lesung.de/2007/04/05/24-johann-wolfgang-von-goethe-osterspaziergang/</guid>
		<description><![CDATA[Dauer: 2:17 &#124; Audiodatei herunterladen (5,23 MB)Vom Eise befreit sind Strom und Bäche Durch des Frühlings holden, belebenden Blick; Im Tale grünet Hoffnungsglück; Der alte Winter, in seiner Schwäche, Zog sich in rauhe Berge zurück. Von dorther sendet er, fliehend, nur Ohnmächtige Schauer körnigen Eises In Streifen über die grünende Flur; Aber die Sonne duldet [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<audio id="music" preload="true">
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				<br>Dauer: 2:17 | <u><a href="https://podcast-lesung.de/wp-content/uploads/audio/23-johann-wolfgang-von-goethe-osterspaziergang.mp3"  download target="_blank"> Audiodatei herunterladen (5,23 MB)</u></a><br><br><p>Vom Eise befreit sind Strom und Bäche<br />
Durch des Frühlings holden, belebenden Blick;<br />
Im Tale grünet Hoffnungsglück;<br />
Der alte Winter, in seiner Schwäche,<br />
Zog sich in rauhe Berge zurück.</p>
<p>Von dorther sendet er, fliehend, nur<br />
Ohnmächtige Schauer körnigen Eises<br />
In Streifen über die grünende Flur;<br />
Aber die Sonne duldet kein Weißes:<br />
Überall regt sich Bildung und Streben,<br />
Alles will sie mit Farben beleben;<br />
Doch an Blumen fehlt&#8217;s im Revier,<br />
Sie nimmt geputzte Menschen dafür.</p>
<p>Kehre dich um, von diesen Höhen<br />
Nach der Stadt zurückzusehen.<br />
Aus dem hohlen finstern Tor<br />
Dringt ein buntes Gewimmel hervor.<br />
Jeder sonnt sich heute so gern.</p>
<p>Sie feiern die Auferstehung des Herrn,<br />
Denn sie sind selber auferstanden,<br />
Aus niedriger Häuser dumpfen Gemächern,<br />
Aus Handwerks- und Gewerbesbanden,<br />
Aus dem Druck von Giebeln und Dächern,<br />
Aus der Straßen quetschender Enge,<br />
Aus der Kirchen ehrwürdiger Nacht<br />
Sind sie alle ans Licht gebracht.</p>
<p><img style="width: 80%;" src="https://podcast-lesung.de/wp-content/uploads/osterspaziergang.jpg" /></p>
<p>Sieh nur, sieh! wie behend sich die Menge<br />
Durch die Gärten und Felder zerschlägt,<br />
Wie der Fluß, in Breit&#8217; und Länge,<br />
So manchen lustigen Nachen bewegt,<br />
Und bis zum Sinken überladen<br />
Entfernt sich dieser letzte Kahn.</p>
<p>Selbst von des Berges fernen Pfaden<br />
Blinken uns farbige Kleider an.<br />
Ich höre schon des Dorfs Getümmel,<br />
Hier ist des Volkes wahrer Himmel,<br />
Zufrieden jauchzet groß und klein;<br />
Hier bin ich Mensch, hier darf ich&#8217;s sein.</p>
<p>Klavier: <a href="http://ulrike-theusner.de">Ulrike Theusner</a> mit <a href="http://www.kutschfahrten-grobe.de/index.php?option=com_content&amp;task=view&amp;id=16&amp;Itemid=44"><br />
„Original WeimarerKutschenAtmo“</a><br />
Bild: Randolph Caldecott</p>
]]></content:encoded>
			</item>
		<item>
		<title>(22) Johann Wolfgang von Goethe »Faust 1 &#8211; Vor dem Tor«</title>
		<link>https://podcast-lesung.de/22-johann-wolfgang-von-goethe-faust-1-vor-dem-tor/</link>
		<pubDate>Thu, 22 Mar 2007 17:01:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[elisa]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Goethe, J. W.]]></category>
		<category><![CDATA[Faust]]></category>
		<category><![CDATA[Goethe]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://podcast-lesung.de/2007/03/22/23-johann-wolfgang-von-goethe-faust-1-vor-dem-tor/</guid>
		<description><![CDATA[Dauer: 1:46 &#124; Audiodatei herunterladen (2,40 MB)– WAGNER – Man sieht sich leicht an Wald und Feldern satt; Des Vogels Fittich werd ich nie beneiden. Wie anders tragen uns die Geistesfreuden Von Buch zu Buch, von Blatt zu Blatt! Da werden Winternächte hold und schön Ein selig Leben wärmet alle Glieder, Und ach! entrollst du [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<audio id="music" preload="true">
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				<br>Dauer: 1:46 | <u><a href="https://podcast-lesung.de/wp-content/uploads/audio/22-johann-wolfgang-von-goethe-faust-1-vor-dem-tor.mp3"  download target="_blank"> Audiodatei herunterladen (2,40 MB)</u></a><br><br><p><b>– WAGNER –</b></p>
<p>Man sieht sich leicht an Wald und Feldern satt;<br />
Des Vogels Fittich werd ich nie beneiden.<br />
Wie anders tragen uns die Geistesfreuden<br />
Von Buch zu Buch, von Blatt zu Blatt!</p>
<p>Da werden Winternächte hold und schön<br />
Ein selig Leben wärmet alle Glieder,<br />
Und ach! entrollst du gar ein würdig Pergamen,<br />
So steigt der ganze Himmel zu dir nieder.</p>
<p><b>– FAUST –</b></p>
<p>Du bist dir nur des einen Triebs bewußt,<br />
O lerne nie den andern kennen!<br />
Zwei Seelen wohnen, ach! in meiner Brust,<br />
Die eine will sich von der andern trennen;<br />
Die eine hält, in derber Liebeslust,<br />
Sich an die Welt mit klammernden Organen;<br />
Die andre hebt gewaltsam sich vom Dust<br />
Zu den Gefilden hoher Ahnen.</p>
<p>O gibt es Geister in der Luft,<br />
Die zwischen Erd und Himmel herrschend weben<br />
So steiget nieder aus dem goldnen Duft<br />
Und führt mich weg zu neuem, buntem Leben!</p>
<p>Ja, wäre nur ein Zaubermantel mein,<br />
Und trüg er mich in fremde Länder!<br />
Mir wollt er um die köstlichsten Gewänder,<br />
Nicht feil um einen Königsmantel sein.</p>
<p><img src="https://podcast-lesung.de/wp-content/uploads/Goethe.png"></p>
<p><i>Heute vor 175 Jahren starb Johann Wolfgang von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Goethe">Goethe</a> in Weimar.</i></p>
]]></content:encoded>
			</item>
		<item>
		<title>(20) Johann Wolfgang von Goethe »Erlkönig«</title>
		<link>https://podcast-lesung.de/20-johann-wolfgang-von-goethe-erlkoenig/</link>
		<pubDate>Sun, 04 Feb 2007 16:48:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[elisa]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Goethe, J. W.]]></category>
		<category><![CDATA[Gedicht]]></category>
		<category><![CDATA[Goethe]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://podcast-lesung.de/2007/02/04/21-johann-wolfgang-von-goethe-erlkoenig/</guid>
		<description><![CDATA[Dauer: 3:51 &#124; Audiodatei herunterladen (9,00 MB)Wer reitet so spät durch Nacht und Wind? Es ist der Vater mit seinem Kind; Er hat den Knaben wohl in dem Arm, Er faßt ihn sicher, er hält ihn warm. Mein Sohn, was birgst du so bang dein Gesicht? – Siehst Vater, du den Erlkönig nicht? Den Erlenkönig [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<audio id="music" preload="true">
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				<br>Dauer: 3:51 | <u><a href="https://podcast-lesung.de/wp-content/uploads/audio/20-johann-wolfgang-von-goethe-erlkoenig.mp3"  download target="_blank"> Audiodatei herunterladen (9,00 MB)</u></a><br><br><p>Wer reitet so spät durch Nacht und Wind?<br />
Es ist der Vater mit seinem Kind;<br />
Er hat den Knaben wohl in dem Arm,<br />
Er faßt ihn sicher, er hält ihn warm.</p>
<p>Mein Sohn, was birgst du so bang dein Gesicht? –<br />
Siehst Vater, du den Erlkönig nicht?<br />
Den Erlenkönig mit Kron und Schweif? –<br />
Mein Sohn, es ist ein Nebelstreif. –</p>
<p>»Du liebes Kind, komm, geh mit mir!<br />
Gar schöne Spiele spiel ich mit dir;<br />
Manch bunte Blumen sind an dem Strand,<br />
Meine Mutter hat manch gülden Gewand.«</p>
<p>Mein Vater, mein Vater, und hörest du nicht,<br />
Was Erlenkönig mir leise verspricht? –<br />
Sei ruhig, bleibe ruhig, mein Kind;<br />
In dürren Blättern säuselt der Wind. –</p>
<p>»Willst, feiner Knabe, du mit mir gehn?<br />
Meine Töchter sollen dich warten schön;<br />
Meine Töchter führen den nächtlichen Reihn<br />
Und wiegen und tanzen und singen dich ein.«</p>
<p><img src="https://podcast-lesung.de/wp-content/uploads/Kirchbach_100_Erlkoenig__2_.jpg" /><br />
<small> <i>Illustriert von Frank Kirchbach</i> </small></p>
<p>Mein Vater, mein Vater, und siehst du nicht dort<br />
Erlkönigs Töchter am düstren Ort? –<br />
Mein Sohn, mein Sohn, ich seh es genau:<br />
Es scheinen die alten Weiden so grau. –</p>
<p>»Ich liebe dich, mich reizt deine schöne Gestalt;<br />
Und bist du nicht willig, so brauch ich Gewalt.«<br />
Mein Vater, mein Vater, jetzt faßt er mich an!<br />
Erlkönig hat mir ein Leids getan! –</p>
<p>Dem Vater grauset’s, er reitet geschwind,<br />
Er hält in den Armen das ächzende Kind,<br />
Erreicht den Hof mit Mühe und Not;<br />
In seinen Armen das Kind war tot.</p>
]]></content:encoded>
			</item>
		<item>
		<title>(14) Johann Wolfgang von Goethe »Faust 1- Marthens Garten«</title>
		<link>https://podcast-lesung.de/14-johann-wolfgang-von-goethe-faust-1-marthens-garten/</link>
		<pubDate>Wed, 18 Oct 2006 16:17:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[elisa]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Goethe, J. W.]]></category>
		<category><![CDATA[Faust]]></category>
		<category><![CDATA[Goethe]]></category>
		<category><![CDATA[Gretchen]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://podcast-lesung.de/2006/10/18/15-johann-wolfgang-von-goethe-faust-1-marthens-garten/</guid>
		<description><![CDATA[Dauer: 7:11 &#124; Audiodatei herunterladen (7,17 MB)MARGARETE: Versprich mir, Heinrich! FAUST: Was ich kann! MARGARETE: Nun sag, wie hast du’s mit der Religion? Du bist ein herzlich guter Mann, Allein ich glaub, du hältst nicht viel davon. FAUST: Laß das, mein Kind! Du fühlst, ich bin dir gut; Für meine Lieben ließ‘ ich Leib und [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<audio id="music" preload="true">
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						</div> <!-- timeline -->
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				<br>Dauer: 7:11 | <u><a href="https://podcast-lesung.de/wp-content/uploads/audio/14-johann-wolfgang-von-goethe-faust-1-marthens-garten.mp3"  download target="_blank"> Audiodatei herunterladen (7,17 MB)</u></a><br><br><p>MARGARETE:<br />
Versprich mir, Heinrich!</p>
<p>FAUST:<br />
Was ich kann!</p>
<p>MARGARETE:<br />
Nun sag, wie hast du’s mit der Religion?<br />
Du bist ein herzlich guter Mann,<br />
Allein ich glaub, du hältst nicht viel davon.</p>
<p>FAUST:<br />
Laß das, mein Kind! Du fühlst, ich bin dir gut;<br />
Für meine Lieben ließ‘ ich Leib und Blut,<br />
Will niemand sein Gefühl und seine Kirche rauben.</p>
<p>MARGARETE:<br />
Das ist nicht recht, man muß dran glauben.</p>
<p>FAUST:<br />
Muß man?</p>
<p>MARGARETE:<br />
Ach! wenn ich etwas auf dich konnte!<br />
Du ehrst auch nicht die heil’gen Sakramente.</p>
<p>FAUST:<br />
Ich ehre sie.</p>
<p>MARGARETE:<br />
Doch ohne Verlangen.<br />
Zur Messe, zur Beichte bist du lange nicht gegangen.<br />
Glaubst du an Gott?</p>
<p>FAUST:<br />
Mein Liebchen, wer darf sagen: Ich glaub an Gott?<br />
Magst Priester oder Weise fragen,<br />
Und ihre Antwort scheint nur Spott<br />
Über den Frager zu sein.</p>
<p>MARGARETE:<br />
So glaubst du nicht?</p>
<p>FAUST:<br />
Mißhör mich nicht, du holdes Angesicht!<br />
Wer darf ihn nennen?<br />
Und wer bekennen:<br />
Ich glaub ihn!<br />
Wer empfinden,<br />
Und sich unterwinden<br />
Zu sagen: Ich glaub ihn nicht!<br />
Der Allumfasser,<br />
Der Allerhalter,<br />
Faßt und erhält er nicht<br />
Dich, mich, sich selbst?<br />
Wölbt sich der Himmel nicht da droben?<br />
Liegt die Erde nicht hier unten fest?<br />
Und steigen freundlich blickend<br />
Ewige Sterne nicht herauf?<br />
Schau ich nicht Aug in Auge dir,<br />
Und drängt nicht alles<br />
Nach Haupt und Herzen dir,<br />
Und webt in ewigem Geheimnis<br />
Unsichtbar sichtbar neben dir?<br />
Erfüll davon dein Herz, so groß es ist,<br />
Und wenn du ganz in dem Gefühle selig bist,<br />
Nenn es dann, wie du willst,<br />
Nenn’s Glück! Herz! Liebe! Gott!<br />
Ich habe keinen Namen<br />
Dafür! Gefühl ist alles;<br />
Name ist Schall und Rauch,<br />
Umnebelnd Himmelsglut.</p>
<p><img src="https://podcast-lesung.de/wp-content/uploads/15-faust-gretchenfrage.png"></p>
<p>MARGARETE:<br />
Das ist alles recht schön und gut;<br />
Ungefähr sagt das der Pfarrer auch,<br />
Nur mit ein bißchen andern Worten.</p>
<p>FAUST:<br />
Es sagen’s allerorten<br />
Alle Herzen unter dem himmlischen Tage,<br />
Jedes in seiner Sprache;<br />
Warum nicht ich in der meinen?</p>
<p>MARGARETE:<br />
Wenn man’s so hört, möcht’s leidlich scheinen,<br />
Steht aber doch immer schief darum;<br />
Denn du hast kein Christentum.</p>
<p>FAUST:<br />
Liebs Kind!</p>
<p>MARGARETE:<br />
Es tut mir lange schon weh, Daß ich dich in der Gesellschaft seh.</p>
<p>FAUST:<br />
Wie so?</p>
<p>MARGARETE:<br />
Der Mensch, den du da bei dir hast, Ist mir in tiefer innrer Seele verhaßt;<br />
Es hat mir in meinem Leben<br />
So nichts einen Stich ins Herz gegeben<br />
Als des Menschen widrig Gesicht.</p>
<p>FAUST:<br />
Liebe Puppe, fürcht ihn nicht!</p>
<p>MARGARETE:<br />
Seine Gegenwart bewegt mir das Blut.<br />
Ich bin sonst allen Menschen gut;<br />
Aber wie ich mich sehne, dich zu schauen,<br />
Hab ich vor dem Menschen ein heimlich Grauen,<br />
Und halt ihn für einen Schelm dazu!<br />
Gott verzeih mir’s, wenn ich ihm unrecht tu!</p>
<p>FAUST:<br />
Es muß solche Käuze geben.</p>
<p>MARGARETE:<br />
Wollte nicht mit seinesgleichen leben!<br />
Kommt er einmal zur Tür herein,<br />
Sieht er immer so spöttisch drein<br />
Und halb ergrimmt;<br />
Man sieht, daß er an nichts keinen Anteil nimmt;<br />
Es steht ihm an der Stirn geschrieben,<br />
Daß er nicht mag eine Seele lieben.<br />
Mir wird’s so wohl in deinem Arm,<br />
So frei, so hingegeben warm,<br />
Und seine Gegenwart schnürt mir das Innre zu.</p>
<p>FAUST:<br />
Du ahndungsvoller Engel du!</p>
<p>MARGARETE:<br />
Das übermannt mich so sehr,<br />
Daß, wo er nur mag zu uns treten,<br />
Mein ich sogar, ich liebte dich nicht mehr.<br />
Auch, wenn er da ist, könnt ich nimmer beten,<br />
Und das frißt mir ins Herz hinein;<br />
Dir, Heinrich, muß es auch so sein.</p>
<p>FAUST:<br />
Du hast nun die Antipathie!</p>
<p>MARGARETE:<br />
Ich muß nun fort.</p>
<p>FAUST:<br />
Ach kann ich nie Ein Stündchen ruhig dir am Busen hängen<br />
Und Brust an Brust und Seel in Seele drängen?</p>
<p>MARGARETE:<br />
Ach wenn ich nur alleine schlief!<br />
Ich ließ dir gern heut nacht den Riegel offen;<br />
Doch meine Mutter schläft nicht tief,<br />
Und würden wir von ihr betroffen,<br />
Ich wär gleich auf der Stelle tot!</p>
<p>FAUST:<br />
Du Engel, das hat keine Not.<br />
Hier ist ein Fläschchen!<br />
Drei Tropfen nur In ihren Trank umhüllen<br />
Mit tiefem Schlaf gefällig die Natur.</p>
<p>MARGARETE:<br />
Was tu ich nicht um deinetwillen?<br />
Es wird ihr hoffentlich nicht schaden!</p>
<p>FAUST:<br />
Würd ich sonst, Liebchen, dir es raten?</p>
<p>MARGARETE:<br />
Seh ich dich, bester Mann, nur an,<br />
Weiß nicht, was mich nach deinem Willen treibt,<br />
Ich habe schon so viel für dich getan,<br />
Daß mir zu tun fast nichts mehr übrigbleibt. (Ab.)Mephistopheles tritt auf.</p>
<p>MEPHISTOPHELES:<br />
Der Grasaff! ist er weg?</p>
<p>FAUST:<br />
Hast wieder spioniert?</p>
<p>MEPHISTOPHELES:<br />
Ich hab’s ausführlich wohl vernommen,<br />
Herr Doktor wurden da katechisiert;<br />
Hoff, es soll Ihnen wohl bekommen.<br />
Die Mädels sind doch sehr interessiert,<br />
Ob einer fromm und schlicht nach altem Brauch.<br />
Sie denken: duckt er da, folgt er uns eben auch.</p>
<p>FAUST:<br />
Du Ungeheuer siehst nicht ein,<br />
Wie diese treue liebe Seele<br />
Von ihrem Glauben voll,<br />
Der ganz allein<br />
Ihr seligmachend ist, sich heilig quäle,<br />
Daß sie den liebsten Mann verloren halten soll.<br />
<a name="player15"></a><br />
MEPHISTOPHELES:<br />
Du übersinnlicher sinnlicher Freier,<br />
Ein Mägdelein nasführet dich.</p>
<p>FAUST:<br />
Du Spottgeburt von Dreck und Feuer!</p>
<p>MEPHISTOPHELES:<br />
Und die Physiognomie versteht sie meisterlich:<br />
In meiner Gegenwart wird’s ihr, sie weiß nicht wie,<br />
Mein Mäskchen da weissagt verborgnen Sinn;<br />
Sie fühlt, daß ich ganz sicher ein Genie,<br />
Vielleicht wohl gar der Teufel bin.<br />
Nun, heute nacht-?</p>
<p>FAUST:<br />
Was geht dich’s an?</p>
<p>MEPHISTOPHELES:<br />
Hab ich doch meine Freude dran!</p>
<p>Bild: James Tissot</p>
]]></content:encoded>
			</item>
		<item>
		<title>(10) Johann Wolfang Goethe »Faust 1 &#8211; Prolog im Himmel«</title>
		<link>https://podcast-lesung.de/10-johann-wolfang-goethe-faust-1-prolog-im-himmel/</link>
		<pubDate>Sun, 20 Aug 2006 06:41:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[elisa]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Goethe, J. W.]]></category>
		<category><![CDATA[Faust]]></category>
		<category><![CDATA[Goethe]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://podcast-lesung.de/2006/08/20/11-johann-wolfang-goethe-faust-1-prolog-im-himmel/</guid>
		<description><![CDATA[Dauer: 4:39 &#124; Audiodatei herunterladen (4,44 MB)MEPHISTOPHELES: Da du, o Herr, dich einmal wieder nahst Und fragst, wie alles sich bei uns befinde, Und du mich sonst gewöhnlich gerne sahst, So siehst du mich auch unter dem Gesinde. Verzeih, ich kann nicht hohe Worte machen, Und wenn mich auch der ganze Kreis verhöhnt; Mein Pathos [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<audio id="music" preload="true">
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				<br>Dauer: 4:39 | <u><a href="https://podcast-lesung.de/wp-content/uploads/audio/10-johann-wolfang-goethe-faust-1-prolog-im-himmel.mp3"  download target="_blank"> Audiodatei herunterladen (4,44 MB)</u></a><br><br><p><b>MEPHISTOPHELES: </b><br />
Da du, o Herr, dich einmal wieder nahst<br />
Und fragst, wie alles sich bei uns befinde,<br />
Und du mich sonst gewöhnlich gerne sahst,<br />
So siehst du mich auch unter dem Gesinde.</p>
<p>Verzeih, ich kann nicht hohe Worte machen,<br />
Und wenn mich auch der ganze Kreis verhöhnt;<br />
Mein Pathos brächte dich gewiß zum Lachen,<br />
Hättst du dir nicht das Lachen abgewöhnt.</p>
<p>Von Sonn‘ und Welten weiß ich nichts zu sagen,<br />
Ich sehe nur, wie sich die Menschen plagen.<br />
Der kleine Gott der Welt bleibt stets von gleichem Schlag,<br />
Und ist so wunderlich als wie am ersten Tag.</p>
<p>Ein wenig besser würd er leben,<br />
Hättst du ihm nicht den Schein des Himmelslichts gegeben;<br />
Er nennt’s Vernunft und braucht’s allein,<br />
Nur tierischer als jedes Tier zu sein.</p>
<p>Er scheint mir, mit Verlaub von euer Gnaden,<br />
Wie eine der langbeinigen Zikaden,<br />
Die immer fliegt und fliegend springt<br />
Und gleich im Gras ihr altes Liedchen singt;<br />
Und läg er nur noch immer in dem Grase!<br />
In jeden Quark begräbt er seine Nase.</p>
<p><b>DER HERR: </b><br />
Hast du mir weiter nichts zu sagen?<br />
Kommst du nur immer anzuklagen?<br />
Ist auf der Erde ewig dir nichts recht?</p>
<p><b>MEPHISTOPHELES: </b><br />
Nein Herr! ich find es dort, wie immer, herzlich schlecht.<br />
Die Menschen dauern mich in ihren Jammertagen,<br />
Ich mag sogar die armen selbst nicht plagen.</p>
<p><b>DER HERR: </b><br />
Kennst du den Faust?</p>
<p><b>MEPHISTOPHELES: </b><br />
Den Doktor?</p>
<p><b>DER HERR: </b><br />
Meinen Knecht!</p>
<p><b>MEPHISTOPHELES: </b><br />
Fürwahr! er dient Euch auf besondre Weise.<br />
Nicht irdisch ist des Toren Trank noch Speise.<br />
Ihn treibt die Gärung in die Ferne,<br />
Er ist sich seiner Tollheit halb bewußt;<br />
Vom Himmel fordert er die schönsten Sterne<br />
Und von der Erde jede höchste Lust,<br />
Und alle Näh und alle Ferne<br />
Befriedigt nicht die tiefbewegte Brust.</p>
<p><b>DER HERR: </b><br />
Wenn er mir jetzt auch nur verworren dient,<br />
So werd ich ihn bald in die Klarheit führen.<br />
Weiß doch der Gärtner, wenn das Bäumchen grünt,<br />
Das Blüt und Frucht die künft’gen Jahre zieren.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-551" src="https://podcast-lesung.de/wp-content/uploads/images/The_Devil_bargains_with_God_over_Jobs_faith_in_Duomo_San_Gimignano.jpg" alt="" width="400" height="468" /></p>
<p><b>MEPHISTOPHELES: </b><br />
Was wettet Ihr? den sollt Ihr noch verlieren!<br />
Wenn Ihr mir die Erlaubnis gebt,<br />
Ihn meine Straße sacht zu führen.</p>
<p><b>DER HERR: </b><br />
Solang er auf der Erde lebt,<br />
So lange sei dir’s nicht verboten,<br />
Es irrt der Mensch so lang er strebt.</p>
<p><b>MEPHISTOPHELES: </b><br />
Da dank ich Euch; denn mit den Toten<br />
Hab ich mich niemals gern befangen.<br />
Am meisten lieb ich mir die vollen, frischen Wangen.<br />
Für einem Leichnam bin ich nicht zu Haus;<br />
Mir geht es wie der Katze mit der Maus.</p>
<p><b>DER HERR: </b><br />
Nun gut, es sei dir überlassen!<br />
Zieh diesen Geist von seinem Urquell ab,<br />
Und führ ihn, kannst du ihn erfassen,<br />
Auf deinem Wege mit herab,<br />
Und steh beschämt, wenn du bekennen mußt:<br />
Ein guter Mensch, in seinem dunklen Drange,<br />
Ist sich des rechten Weges wohl bewußt.</p>
<p><b>MEPHISTOPHELES: </b><br />
Schon gut! nur dauert es nicht lange.<br />
Mir ist für meine Wette gar nicht bange.<br />
Wenn ich zu meinem Zweck gelange,<br />
Erlaubt Ihr mir Triumph aus voller Brust.<br />
Staub soll er fressen, und mit Lust,<br />
Wie meine Muhme, die berühmte Schlange.</p>
<p><b>DER HERR: </b><br />
Du darfst auch da nur frei erscheinen;<br />
Ich habe deinesgleichen nie gehaßt.<br />
Von allen Geistern, die verneinen,<br />
ist mir der Schalk am wenigsten zur Last.<br />
Des Menschen Tätigkeit kann allzu leicht erschlaffen,<br />
er liebt sich bald die unbedingte Ruh;<br />
Drum geb ich gern ihm den Gesellen zu,<br />
Der reizt und wirkt und muß als Teufel schaffen.<br />
Doch ihr, die echten Göttersöhne,<br />
Erfreut euch der lebendig reichen Schöne!<br />
Das Werdende, das ewig wirkt und lebt,<br />
Umfass euch mit der Liebe holden Schranken,<br />
Und was in schwankender Erscheinung schwebt,<br />
Befestigt mit dauernden Gedanken!<br />
<a name="player11"></a><br />
<b>MEPHISTOPHELES (allein): </b><br />
Von Zeit zu Zeit seh ich den Alten gern,<br />
Und hüte mich, mit ihm zu brechen.<br />
Es ist gar hübsch von einem großen Herrn,<br />
So menschlich mit dem Teufel selbst zu sprechen.</p>
]]></content:encoded>
			</item>
		<item>
		<title>(9) Johann Wolfgang Goethe »Der Zauberlehrling«</title>
		<link>https://podcast-lesung.de/9-johann-wolfgang-goethe-der-zauberlehrling/</link>
		<pubDate>Sat, 19 Aug 2006 13:56:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[elisa]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Goethe, J. W.]]></category>
		<category><![CDATA[Goethe]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://podcast-lesung.de/2006/08/19/09-johann-wolfgang-goethe-der-zauberlehrling/</guid>
		<description><![CDATA[Dauer: 3:18 &#124; Audiodatei herunterladen (4,71 MB)Hat der alte Hexenmeister Sich doch einmal wegbegeben! Und nun sollen seine Geister Auch nach meinem Willen leben. Seine Wort und Werke Merkt ich und den Brauch, Und mit Geistesstärke Tu ich Wunder auch. Walle! walle Manche Strecke, Daß, zum Zwecke, Wasser fließe Und mit reichem, vollem Schwalle Zu [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<audio id="music" preload="true">
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				<br>Dauer: 3:18 | <u><a href="https://podcast-lesung.de/wp-content/uploads/audio/9-johann-wolfgang-goethe-der-zauberlehrling.mp3"  download target="_blank"> Audiodatei herunterladen (4,71 MB)</u></a><br><br><p>Hat der alte Hexenmeister<br />
Sich doch einmal wegbegeben!<br />
Und nun sollen seine Geister<br />
Auch nach meinem Willen leben.<br />
Seine Wort und Werke<br />
Merkt ich und den Brauch,<br />
Und mit Geistesstärke<br />
Tu ich Wunder auch.</p>
<p>Walle! walle<br />
Manche Strecke,<br />
Daß, zum Zwecke,<br />
Wasser fließe<br />
Und mit reichem, vollem Schwalle<br />
Zu dem Bade sich ergieße.</p>
<p>Und nun komm, du alter Besen!<br />
Nimm die schlechten Lumpenhüllen!<br />
Bist schon lange Knecht gewesen:<br />
Nun erfülle meinen Willen!<br />
Auf zwei Beinen stehe,<br />
Oben sei ein Kopf,<br />
Eile nun und gehe<br />
Mit dem Wassertopf!</p>
<p>Walle! walle<br />
Manche Strecke,<br />
Daß, zum Zwecke,<br />
Wasser fließe<br />
Und mit reichem, vollem Schwalle<br />
Zu dem Bade sich ergieße.</p>
<p>Seht, er läuft zum Ufer nieder!<br />
Wahrlich! ist schon an dem Flusse,<br />
Und mit Blitzesschnelle wieder<br />
Ist er hier mit raschem Gusse.<br />
Schon zum zweiten Male!<br />
Wie das Becken schwillt!<br />
Wie sich jede Schale<br />
Voll mit Wasser füllt!</p>
<p><img class="alignnone size-medium wp-image-556" src="https://podcast-lesung.de/wp-content/uploads/images/water-painting-378x600.jpg" alt="" width="378" height="600" /></p>
<p>Stehe! stehe!<br />
Denn wir haben<br />
Deiner Gaben<br />
Vollgemessen!<br />
Ach, ich merk es! Wehe! wehe!<br />
Hab ich doch das Wort vergessen!</p>
<p>Ach, das Wort, worauf am Ende<br />
Er das wird, was er gewesen!<br />
Ach, er läuft und bringt behende!<br />
Wärst du doch der alte Besen!<br />
Immer neue Güsse<br />
Bringt er schnell herein,<br />
Ach, und hundert Flüsse<br />
Stürzen auf mich ein!</p>
<p>Nein, nicht länger<br />
Kann ichs lassen:<br />
Will ihn fassen!<br />
Das ist Tücke!<br />
Ach, nun wird mir immer bänger!<br />
Welche Miene! welche Blicke!</p>
<p>O, du Ausgeburt der Hölle!<br />
Soll das ganze Haus ersaufen?<br />
Seh ich über jede Schwelle<br />
Doch schon Wasserströme laufen.<br />
Ein verruchter Besen,<br />
Der nicht hören will!<br />
Stock, der du gewesen,<br />
Steh doch wieder still!</p>
<p>Willst am Ende<br />
Gar nicht lassen?<br />
Will dich fassen,<br />
Will dich halten<br />
Und das alte Holz behende<br />
Mit dem scharfen Beile spalten!</p>
<p>Seht, da kommt er schleppend wieder!<br />
Wie ich mich nur auf dich werfe,<br />
Gleich, o Kobold, liegst du nieder;<br />
Krachend trifft die glatte Schärfe.<br />
Wahrlich! brav getroffen!<br />
Seht, er ist entzwei!<br />
Und nun kann ich hoffen,<br />
Und ich atme frei!</p>
<p>Wehe! wehe!<br />
Beide Teile<br />
Stehn in Eile<br />
Schon als Knechte<br />
Völlig fertig in die Höhe!<br />
Helft mir, ach! ihr hohen Mächte!</p>
<p>Und sie laufen! Naß und nässer<br />
Wirds im Saal und auf den Stufen:<br />
Welch entsetzliches Gewässer!<br />
Herr und Meister, hör mich rufen! –<br />
Ach, da kommt der Meister!<br />
Herr, die Not ist groß!<br />
Die ich rief, die Geister,<br />
Werd ich nun nicht los.</p>
<p>„In die Ecke,<br />
Besen! Besen!<br />
Seids gewesen!<br />
Denn als Geister<br />
Ruft euch nur, zu seinem Zwecke,<br />
Erst hervor der alte Meister.“</p>
]]></content:encoded>
			</item>
		<item>
		<title>(1) Johann Wolfgang von Goethe »Faust 2 &#8211; Anmutige Gegend«</title>
		<link>https://podcast-lesung.de/1-johann-wolfgang-von-goethe-faust-2-anmutige-gegend/</link>
		<pubDate>Wed, 14 Jun 2006 15:39:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[elisa]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Goethe, J. W.]]></category>
		<category><![CDATA[Faust]]></category>
		<category><![CDATA[Goethe]]></category>
		<category><![CDATA[Natur]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://podcast-lesung.de/2006/06/14/01-johann-wolfgang-von-goethe-faust-2-milde-gegend/</guid>
		<description><![CDATA[Dauer: 2:58 &#124; Audiodatei herunterladen (2,22 MB)Der Tragödie zweiter Teil / 1. Akt Anmutige Gegend / Faust Des Lebens Pulse schlagen frisch lebendig, ätherische Dämmerung milde zu begrüßen; Du, Erde, warst auch diese Nacht beständig Und atmest neu erquickt zu meinen Füßen, Beginnest schon, mit Lust mich zu umgeben, Du regst und rührst ein kräftiges [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<audio id="music" preload="true">
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				<br>Dauer: 2:58 | <u><a href="https://podcast-lesung.de/wp-content/uploads/audio/1-johann-wolfgang-von-goethe-faust-2-anmutige-gegend.mp3"  download target="_blank"> Audiodatei herunterladen (2,22 MB)</u></a><br><br><p>Der Tragödie zweiter Teil / 1. Akt<br />
Anmutige Gegend / Faust</p>
<p>Des Lebens Pulse schlagen frisch lebendig,<br />
ätherische Dämmerung milde zu begrüßen;<br />
Du, Erde, warst auch diese Nacht beständig<br />
Und atmest neu erquickt zu meinen Füßen,<br />
Beginnest schon, mit Lust mich zu umgeben,<br />
Du regst und rührst ein kräftiges Beschließen,<br />
Zum höchsten Dasein immerfort zu streben.<br />
…<br />
Und stufenweis herab ist es gelungen; –<br />
Sie tritt hervor! – und, leider schon geblendet,<br />
Kehr‘ ich mich weg, vom Augenschmerz durchdrungen.<br />
So ist es also, wenn ein sehnend Hoffen<br />
Dem höchsten Wunsch sich traulich zugerungen,<br />
Erfüllungspforten findet flügeloffen;<br />
Nun aber bricht aus jenen ewigen Gründen<br />
Ein Flammenübermaß, wir stehn betroffen;<br />
Des Lebens Fackel wollten wir entzünden,<br />
Ein Feuermeer umschlingt uns, welch ein Feuer!<br />
Ist’s Lieb‘? ist’s Haß? die glühend uns umwinden,<br />
Mit Schmerz und Freuden wechselnd ungeheuer,<br />
So daß wir wieder nach der Erde blicken,<br />
Zu bergen uns in jugendlichstem Schleier.<br />
So bleibe denn die Sonne mir im Rücken!<br />
…<br />
Der Wassersturz, das Felsenriff durchbrausend,<br />
Ihn schau‘ ich an mit wachsendem Entzücken.<br />
…<br />
Allein wie herrlich, diesem Sturm ersprießend,<br />
Wölbt sich des bunten Bogens Wechseldauer,<br />
Bald rein gezeichnet, bald in Luft zerfließend,<br />
Umher verbreitend duftig kühle Schauer.<br />
Der spiegelt ab das menschliche Bestreben.<br />
Ihm sinne nach, und du begreifst genauer:<br />
Am farbigen Abglanz haben wir das Leben.</p>
<p><img src="https://podcast-lesung.de/wp-content/uploads/800px-Misty_morning03.jpg" width="400" height="267" /><br />
<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bild:Misty_morning03.jpg">„Morgenhimmel“ </a> für wikiMedia von flagstaffotos.com</p>
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