<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Melancholie &#8211; podcast-lesung.de</title>
	<atom:link href="https://podcast-lesung.de/tag/melancholie/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://podcast-lesung.de</link>
	<description></description>
	<lastBuildDate>Mon, 29 May 2023 15:23:46 +0000</lastBuildDate>
	<language>de-DE</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=5.0.19</generator>
	<item>
		<title>(64) Friedrich Nietzsche »Die Hoffnung« aus »Menschliches, Allzumenschliches I«</title>
		<link>https://podcast-lesung.de/64-friedrich-nietzsche-die-hoffnung-aus-menschliches-allzumenschliches-i/</link>
		<pubDate>Sat, 01 Jan 2022 16:58:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[elisa]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Nietzsche, Friedrich]]></category>
		<category><![CDATA[Hoffnung]]></category>
		<category><![CDATA[Melancholie]]></category>
		<category><![CDATA[Nietzsche]]></category>
		<category><![CDATA[Pandora]]></category>
		<category><![CDATA[Selbsterkenntnis]]></category>
		<category><![CDATA[Zeus]]></category>

		<guid isPermaLink="false">https://podcast-lesung.de/?p=797</guid>
		<description><![CDATA[Dauer: 4:31 &#124; Audiodatei herunterladen (6,48 MB)Die Hoffnung. — Pandora brachte das Fass mit den Übeln und öffnete es. Es war das Geschenk der Götter an die Menschen, von Außen ein schönes verführerisches Geschenk und &#8220;Glücksfass&#8221; zubenannt. Da flogen all die Übel, lebendige beschwingte Wesen heraus: von da an schweifen sie nun herum und tun [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<audio id="music" preload="true">
			  		<source src="https://podcast-lesung.de/wp-content/uploads/audio/64-friedrich-nietzsche-die-hoffnung-aus-menschliches-allzumenschliches-i.mp3 ">
			  		<source src="https://podcast-lesung.de/wp-content/uploads/audio/">
				</audio>

				<div id="audio_controls">
					<div style="display:none">
						<lb:html5player width="75%" preload="true" />
					</div>

					<div id="audioplayer">
						<button id="pButton" class="play" onclick="play()"></button>
						  <div id="timeline">    
							<div id="playhead"></div>
						</div> <!-- timeline -->
					</div> <!-- audioplayer -->
				</div> <!-- audio_controls -->
				<br>Dauer: 4:31 | <u><a href="https://podcast-lesung.de/wp-content/uploads/audio/64-friedrich-nietzsche-die-hoffnung-aus-menschliches-allzumenschliches-i.mp3"  download target="_blank"> Audiodatei herunterladen (6,48 MB)</u></a><br><br><p>Die Hoffnung. — Pandora brachte das Fass mit den Übeln und öffnete es.</p>
<p>Es war das Geschenk der Götter an die Menschen, von Außen ein schönes verführerisches Geschenk und &#8220;Glücksfass&#8221; zubenannt.</p>
<p>Da flogen all die Übel, lebendige beschwingte Wesen heraus: von da an schweifen sie nun herum und tun den Menschen Schaden bei Tag und Nacht.</p>
<p><img class="alignnone size-medium wp-image-799" src="https://podcast-lesung.de/wp-content/uploads/images/john-flaxman-nietzsche-hoffnung-pandora-600x300.jpg" alt="" width="600" height="300" /></p>
<p>Ein einziges Übel war noch nicht aus dem Fass herausgeschlüpft: da schlug Pandora nach Zeus&#8217; Willen den Deckel zu und so blieb es darin.</p>
<p>Für immer hat der Mensch nun das Glücksfass im Hause und meint Wunder was für einen Schatz er in ihm habe; es steht ihm zu Diensten, er greift darnach: wenn es ihn gelüstet; denn er weiß nicht, dass jenes Fass, welches Pandora brachte, das Fass der Übel war, und hält das zurückgebliebene Übel für das größte Glücksgut, — es ist die Hoffnung.</p>
<p>— Zeus wollte nämlich, dass der Mensch, auch noch so sehr durch die anderen Übel gequält, doch das Leben nicht wegwerfe, sondern fortfahre, sich immer von Neuem quälen zu lassen. Dazu gibt er dem Menschen die Hoffnung: sie ist in Wahrheit das übelste der Übel, weil sie die Qual der Menschen verlängert.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-803" src="https://podcast-lesung.de/wp-content/uploads/images/munch-Friederich_Nietzsche.jpg" alt="" width="400" height="504" /></p>
]]></content:encoded>
			</item>
		<item>
		<title>(46) Ludwig van Beethoven »Das Heiligenstädter Testament«</title>
		<link>https://podcast-lesung.de/46-ludwig-van-beethoven-das-heiligenstaedter-testament/</link>
		<pubDate>Sun, 18 Apr 2010 18:57:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[elisa]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Beethoven, Ludwig]]></category>
		<category><![CDATA[Beethoven]]></category>
		<category><![CDATA[Melancholie]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://podcast-lesung.de/2010/04/18/47-ludwig-van-beethoven-das-heiligenstaedter-testament/</guid>
		<description><![CDATA[Dauer: 11:20 &#124; Audiodatei herunterladen (15,74 MB)Empfehlt euren Kindern Tugend, sie nur allein kann glücklich machen, nicht Geld. – O ihr Menschen, die ihr mich für feindselig, störrisch oder misantropisch haltet oder erkläret, wie unrecht tut ihr mir; ihr wißt nicht die geheime Ursache von dem, was euch so scheinet; mein Herz und mein Sinn [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<audio id="music" preload="true">
			  		<source src="https://podcast-lesung.de/wp-content/uploads/audio/46-ludwig-van-beethoven-das-heiligenstaedter-testament.mp3 ">
			  		<source src="https://podcast-lesung.de/wp-content/uploads/audio/">
				</audio>

				<div id="audio_controls">
					<div style="display:none">
						<lb:html5player width="75%" preload="true" />
					</div>

					<div id="audioplayer">
						<button id="pButton" class="play" onclick="play()"></button>
						  <div id="timeline">    
							<div id="playhead"></div>
						</div> <!-- timeline -->
					</div> <!-- audioplayer -->
				</div> <!-- audio_controls -->
				<br>Dauer: 11:20 | <u><a href="https://podcast-lesung.de/wp-content/uploads/audio/46-ludwig-van-beethoven-das-heiligenstaedter-testament.mp3"  download target="_blank"> Audiodatei herunterladen (15,74 MB)</u></a><br><br><p>Empfehlt euren Kindern Tugend, sie nur allein kann glücklich machen, nicht Geld.</p>
<p>– O ihr Menschen, die ihr mich für feindselig, störrisch oder misantropisch haltet oder erkläret, wie unrecht tut ihr mir; ihr wißt nicht die geheime Ursache von dem, was euch so scheinet; mein Herz und mein Sinn waren von Kindheit an für das zarte Gefühl des Wohlwollens, selbst große Handlungen zu verrichten, dazu war ich immer aufgelegt,</p>
<p><img src="https://podcast-lesung.de/wp-content/uploads/testament.png" /></p>
<p>aber bedenket nur, daß seit 6 Jahren ein heilloser Zustand mich befallen, durch unvernünftige Ärzte verschlimmert, von Jahr zu Jahr in der Hoffnung, gebessert zu werden, betrogen, endlich zu dem Überblick eines dauernden Übels (dessen Heilung vielleicht Jahre dauern oder gar unmöglich ist) gezwungen, mit einem feuerigen, lebhaften Temperamente geboren, selbst empfänglich für die Zerstreuungen der Gesellschaft, mußte ich früh mich absondern, einsam mein Leben zubringen, wollte ich auch zuweilen mich einmal über alles das hinaussetzen, o wie hart wurde ich dur[ch] die verdoppelte traurige Erfahrung meines schlechten Gehör’s dann zurückgestoßen,</p>
<p>und doch war’s mir noch nicht möglich, den Menschen zu sagen: sprecht lauter, schreit, denn ich bin taub,</p>
<p>ach wie wär es möglich, daß ich dann die Schwäche eines Sinnes angeben sollte, der bei mir in einem vollkommenern Grade als bei andern sein sollte, einen Sinn, den ich einst in der größten Vollkommenheit besaß, in einer Vollkommenheit, wie ihn wenige von meinem Fache gewiß haben noch gehabt haben – o ich kann es nicht, drum verzeiht, wenn ihr mich da zurückweichen sehen werdet, wo ich mich gerne unter euch mischte; doppelt wehe tut mir mein Unglück, indem ich dabei verkannt werden muß, für mich darf Erholung in menschlicher Gesellschaft, feinere Unterredungen, wechselseitige Ergießungen nicht statt haben, ganz allein fast nur so viel, als es die höchste Notwendigkeit fodert, darf ich mich in Gesellschaft einlassen, wie ein Verbannter muß ich leben, nahe ich mich einer Gesellschaft, so überfällt mich eine heiße Ängstlichkeit, indem ich befürchte, in Gefahr gesetzt zu werden, meinen Zustand merken zu lassen – so war es denn auch dieses halbe Jahr, was ich auf dem Lande zubrachte, von meinem vernünftigen Arzte aufgefordert, so viel als möglich mein Gehör zu schonen, kam er fast meiner jetztigen natürlichen Disposition entgegen, obschon, vom Triebe zur Gesellschaft manchmal hingerissen, ich mich dazu verleiten ließ, aber welche Demütigung, wenn jemand neben mir stund und von weitem eine Flöte hörte, und ich nichts hörte; oder wenn jemand den Hirten singen hörte, und ich auch nichts hörte; solche Ereignisse brachten mich nahe an Verzweiflung, es fehlte wenig, und ich endigte selbst mein Leben</p>
<p>– nur sie, die Kunst, sie hielt mich zurück,</p>
<p><img src="https://podcast-lesung.de/wp-content/uploads/beethoven.png" /></p>
<p>ach es dünkte mir unmöglich, die Welt eher zu verlassen, bis ich das alles hervorgebracht, wozu ich mich aufgelegt fühlte; und so fristete ich dieses elende Leben – wahrhaft elend; einen so reizbaren Körper, daß eine etwas schnelle Veränderung mich aus dem besten Zustande in den schlechtesten versetzen kann – Geduld – so heißt es, sie muß ich nun zur Führerin wählen, ich habe es – dauernd, hoffe ich, soll mein Entschluß sein auszuharren, bis es den unerbittlichen Parzen gefällt, den Faden zu brechen, vielleicht geht’s besser, vielleicht nicht, ich bin gefaßt – schon in meinem 28. Jahre gezwungen, Philosoph zu werden, es ist nicht leicht, für den Künstler, schwerer als für irgend jemand – Gottheit, du siehst herab auf mein Inneres; du kennst es, du weißt, daß Menschenliebe und Neigung zum Wohltun drin hausen, – o Menschen, wenn ihr einst dieses leset, so denkt, daß ihr mir unrecht getan, und der Unglückliche, er tröste sich, einen seinesgleichen zu finden, der trotz allen Hindernissen der Natur, doch noch alles getan, was in seinem Vermögen stand, um in die Reihe würdiger Künstler und Menschen aufgenommen zu werden –</p>
<p>Heiligenstadt am 6ten October 1802</p>
<p>Ich bedanke mich herzlich bei Mauro Bertoli. Er spielte „Für Elise“ von Ludwig van Beethoven. – <a href="http://maurobertoli.com" target="_blank" rel="noopener">www.maurobertoli.com</a></p>
]]></content:encoded>
			</item>
		<item>
		<title>(45) Henrik Ibsen »Peer Gynt &#8211; Solveigs Lied« (Edvard Grieg)</title>
		<link>https://podcast-lesung.de/45-henrik-ibsen-peer-gynt-solveigs-lied-edvard-grieg/</link>
		<pubDate>Fri, 15 Jan 2010 20:45:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[elisa]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Ibsen, Henrik]]></category>
		<category><![CDATA[Ibsen]]></category>
		<category><![CDATA[Liebe]]></category>
		<category><![CDATA[Lied]]></category>
		<category><![CDATA[Melancholie]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://podcast-lesung.de/2010/01/15/46-henrik-ibsen-peer-gynt-solveigs-lied-edvard-grieg/</guid>
		<description><![CDATA[Dauer: 1:59 &#124; Audiodatei herunterladen (4,82 MB)Kanskje vil det gå både Vinter og Vår, Vielleicht werden Winter und Frühjahr vergehen, både Vinter og Vår, og neste Sommer med, og det hele År und der nächste Sommer gleich mit, und auch das ganze Jahr, og det hele År und auch das ganze Jahr, men engang vil [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<audio id="music" preload="true">
			  		<source src="https://podcast-lesung.de/wp-content/uploads/audio/45-henrik-ibsen-peer-gynt-solveigs-lied-edvard-grieg.mp3 ">
			  		<source src="https://podcast-lesung.de/wp-content/uploads/audio/">
				</audio>

				<div id="audio_controls">
					<div style="display:none">
						<lb:html5player width="75%" preload="true" />
					</div>

					<div id="audioplayer">
						<button id="pButton" class="play" onclick="play()"></button>
						  <div id="timeline">    
							<div id="playhead"></div>
						</div> <!-- timeline -->
					</div> <!-- audioplayer -->
				</div> <!-- audio_controls -->
				<br>Dauer: 1:59 | <u><a href="https://podcast-lesung.de/wp-content/uploads/audio/45-henrik-ibsen-peer-gynt-solveigs-lied-edvard-grieg.mp3"  download target="_blank"> Audiodatei herunterladen (4,82 MB)</u></a><br><br><p style="text-align: left;">Kanskje vil det gå både Vinter og Vår,<br />
<i>Vielleicht werden Winter und Frühjahr vergehen,</i></p>
<p style="text-align: left;">både Vinter og Vår, og neste Sommer med, og det hele År<br />
<i></i><i>und der nächste Sommer gleich mit, und auch das ganze Jahr,</i></p>
<p style="text-align: left;">og det hele År<br />
<i>und auch das ganze Jahr,</i></p>
<p style="text-align: left;">men engang vil du komme, det vet jeg visst,<br />
<i></i><i>aber einmal wirst du kommen, das weiß ich gewiß,</i></p>
<p style="text-align: left;">det ved jeg vist,<br />
<i></i><i>das weiß ich gewiß,</i></p>
<p style="text-align: left;">og jeg skal nok vente, for det lovte jeg sist,<br />
<i></i><i>und ich werde auf dich warten, denn das versprach ich zuletzt,<br />
</i>det lovte jeg sist.</p>
<p style="text-align: left;">Gud styrke deg, hvor du i Verden går<br />
<i></i><i>Gott stärke dich, wo du auch bist in der Welt,</i></p>
<p style="text-align: left;">i Verden går,<br />
<i></i><i>wo du auch bist in der Welt,</i></p>
<p style="text-align: left;">Gud glæde dig, hvis du for hans fotskammel står.<br />
<i></i><i>Gott soll dir Freude bringen, wenn du vor seinen Thron trittst,</i></p>
<p style="text-align: left;">Her skal jeg vente til du kommer igjen,<br />
<i></i><i>hier werde ich auf dich warten, </i></p>
<p style="text-align: left;"><i>bis du wieder kommst,<br />
</i>du kommer igjen;</p>
<p style="text-align: left;">og venter du histoppe,<br />
<i></i><i>und wartest du hier oben im Himmel bei Gott,<br />
</i><i></i></p>
<p style="text-align: left;"><i>werden wir uns treffen, mein Freund<br />
</i>vi træffes der, min Ven!</p>
<p style="text-align: left;"><img src="https://podcast-lesung.de/wp-content/uploads/ThePrincessGatheringCottonGrass.jpg" width="400" height="300" /><br />
Bild : Theodor Kittelsen</p>
]]></content:encoded>
			</item>
		<item>
		<title>(41) Ada Christen »Wiedersehen«</title>
		<link>https://podcast-lesung.de/41-ada-christen-wiedersehen/</link>
		<pubDate>Sun, 15 Mar 2009 19:39:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[elisa]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Christen, Ada]]></category>
		<category><![CDATA[Christen]]></category>
		<category><![CDATA[Liebe]]></category>
		<category><![CDATA[Melancholie]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://podcast-lesung.de/2009/03/15/42-ada-christen-wiedersehen/</guid>
		<description><![CDATA[Dauer: 2:50 &#124; Audiodatei herunterladen (6,47 MB)Ich hatt‘ ihn lang nicht mehr gesehen – Und mich beinahe todt gesehnt; Ich kam zurück zu ihm – Und habe mich glücklich gewähnt. Drei Stunden stand ich vor dem Thor Im Regen pudelnaß Und holte mir einen Schnupfen Und Husten so zum Spaß. In später Nacht kam er [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<audio id="music" preload="true">
			  		<source src="https://podcast-lesung.de/wp-content/uploads/audio/41-ada-christen-wiedersehen.mp3 ">
			  		<source src="https://podcast-lesung.de/wp-content/uploads/audio/">
				</audio>

				<div id="audio_controls">
					<div style="display:none">
						<lb:html5player width="75%" preload="true" />
					</div>

					<div id="audioplayer">
						<button id="pButton" class="play" onclick="play()"></button>
						  <div id="timeline">    
							<div id="playhead"></div>
						</div> <!-- timeline -->
					</div> <!-- audioplayer -->
				</div> <!-- audio_controls -->
				<br>Dauer: 2:50 | <u><a href="https://podcast-lesung.de/wp-content/uploads/audio/41-ada-christen-wiedersehen.mp3"  download target="_blank"> Audiodatei herunterladen (6,47 MB)</u></a><br><br><p>Ich hatt‘ ihn lang nicht mehr gesehen –<br />
Und mich beinahe todt gesehnt;<br />
Ich kam zurück zu ihm –<br />
Und habe mich glücklich gewähnt.</p>
<p>Drei Stunden stand ich vor dem Thor<br />
Im Regen pudelnaß<br />
Und holte mir einen Schnupfen<br />
Und Husten so zum Spaß.</p>
<p>In später Nacht kam er nach Haus<br />
Und lud`mich mit Müh`nur ein;<br />
Erzählte, er habe Kopfweh<br />
Von schlechtem Ofnerwein.</p>
<p>Dann sprach er von seinem Windspiel,<br />
Daß es kein schön’res gibt;<br />
Und dann von einer Todten,<br />
Die er vor Zeiten geliebt. –</p>
<p>Wir gingen plaudernd zu Bette<br />
Er schlief sehr bald auch ein;<br />
Ich aber mußte noch lange,<br />
Sehr lange wach noch sein.</p>
<p>Der Mond schien still durch’s Fenster,<br />
Goß über den Schläfer sein Licht<br />
Und sah, wie ich weinend küßte<br />
Des blassen Mannes Gesicht.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-162" src="https://podcast-lesung.de/wp-content/uploads/Amadeo-Modigliani-wiedersehen.jpg" alt="" width="364" height="478" /></p>
<p>Bild: Amedeo Modigliani<br />
Klavier: <a href="http://ulrike-theusner.de">Ulrike Theusner</a></p>
]]></content:encoded>
			</item>
		<item>
		<title>(31) Rainer Maria Rilke »La Panthère/ Der Panther«</title>
		<link>https://podcast-lesung.de/31-rainer-maria-rilke-la-panthere-der-panther/</link>
		<pubDate>Sun, 06 Jan 2008 21:24:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[elisa]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Rilke, Rainer Maria]]></category>
		<category><![CDATA[Melancholie]]></category>
		<category><![CDATA[Panther]]></category>
		<category><![CDATA[Rilke]]></category>
		<category><![CDATA[Tiere]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://podcast-lesung.de/2008/01/06/32-rainer-maria-rilke-la-panthere-der-panther/</guid>
		<description><![CDATA[Dauer: 1:50 &#124; Audiodatei herunterladen (4,37 MB)Jardin des Plantes, Paris Son regard du retour éternel des barreaux s’est tellement lassé qu’il ne saisit plus rien. Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe so müd geworden, daß er nichts mehr hält. Il ne lui semble voir que barreaux par milliers et derrière mille barreaux, plus de [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<audio id="music" preload="true">
			  		<source src="https://podcast-lesung.de/wp-content/uploads/audio/31-rainer-maria-rilke-la-panthere-der-panther.mp3 ">
			  		<source src="https://podcast-lesung.de/wp-content/uploads/audio/">
				</audio>

				<div id="audio_controls">
					<div style="display:none">
						<lb:html5player width="75%" preload="true" />
					</div>

					<div id="audioplayer">
						<button id="pButton" class="play" onclick="play()"></button>
						  <div id="timeline">    
							<div id="playhead"></div>
						</div> <!-- timeline -->
					</div> <!-- audioplayer -->
				</div> <!-- audio_controls -->
				<br>Dauer: 1:50 | <u><a href="https://podcast-lesung.de/wp-content/uploads/audio/31-rainer-maria-rilke-la-panthere-der-panther.mp3"  download target="_blank"> Audiodatei herunterladen (4,37 MB)</u></a><br><br><p>Jardin des Plantes, Paris</p>
<p><i>Son regard du retour éternel des barreaux<br />
s’est tellement lassé qu’il ne saisit plus rien.</i><br />
Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe<br />
so müd geworden, daß er nichts mehr hält.<br />
<i>Il ne lui semble voir que barreaux par milliers<br />
et derrière mille barreaux, plus de monde.</i><br />
Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe<br />
und hinter tausend Stäben keine Welt.</p>
<p><i>La molle marche des pas flexibles et forts<br />
qui tourne dans le cercle le plus exigu<br />
paraît une danse de force autour d’un centre<br />
où dort dans la torpeur un immense vouloir.</i><br />
Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte,<br />
der sich im allerkleinsten Kreise dreht,<br />
ist wie ein Tanz von Kraft um eine Mitte,<br />
in der betäubt ein großer Wille steht.</p>
<p><i>Quelquefois seulement le rideau des pupilles<br />
sans bruit se lève. Alors une image y pénètre,<br />
court à travers le silence tendu des membres –</i><br />
Nur manchmal schiebt der Vorhang der Pupille<br />
sich lautlos auf – . Dann geht ein Bild hinein,<br />
geht durch der Glieder angespannte Stille –<br />
<i>et dans le cœur s’interrompt d’être.</i><br />
und hört im Herzen auf zu sein.</p>
<p><a href="http://www.zeno.org/Brockhaus-1837/A/Panther?hl=panther"><br />
<img src="https://podcast-lesung.de/wp-content/uploads/panther.jpg" title="Panther"><br />
</a></p>
<p>französischer Sprecher: <a href="http://jeremiepaul.blogspot.de/">Jérémie Paul</a><br />
Klavier: <a href="http://ulrike-theusner.de">Ulrike Theusner</a><br />
Traduction: <a href="http://temporel.fr/">Claude Vigée</a></p>
]]></content:encoded>
			</item>
		<item>
		<title>(27) Rosa Luxemburg »Briefe aus dem Gefängnis«</title>
		<link>https://podcast-lesung.de/27-rosa-luxemburg-briefe-aus-dem-gefaengnis/</link>
		<pubDate>Sun, 21 Oct 2007 21:36:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[elisa]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Luxemburg, Rosa]]></category>
		<category><![CDATA[Büffel]]></category>
		<category><![CDATA[Gefängnis]]></category>
		<category><![CDATA[Luxemburg]]></category>
		<category><![CDATA[Melancholie]]></category>
		<category><![CDATA[Tiere]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://podcast-lesung.de/2007/10/21/28-rosa-luxemburg-briefe-aus-dem-gefaengnis/</guid>
		<description><![CDATA[Dauer: 4:55 &#124; Audiodatei herunterladen (11,45 MB)An Sonia Liebknecht Breslau, Mitte Dezember 1917 … Ach, Sonitschka, ich habe hier einen scharfen Schmerz erlebt, auf dem Hof, wo ich spaziere, kommen oft Wagen vom Militär, voll bepackt mit Säcken oder alten Soldatenröcken und Hemden, oft mit Blutflecken …, die werden hier abgeladen, in die Zellen verteilt, [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<audio id="music" preload="true">
			  		<source src="https://podcast-lesung.de/wp-content/uploads/audio/27-rosa-luxemburg-briefe-aus-dem-gefaengnis.mp3 ">
			  		<source src="https://podcast-lesung.de/wp-content/uploads/audio/">
				</audio>

				<div id="audio_controls">
					<div style="display:none">
						<lb:html5player width="75%" preload="true" />
					</div>

					<div id="audioplayer">
						<button id="pButton" class="play" onclick="play()"></button>
						  <div id="timeline">    
							<div id="playhead"></div>
						</div> <!-- timeline -->
					</div> <!-- audioplayer -->
				</div> <!-- audio_controls -->
				<br>Dauer: 4:55 | <u><a href="https://podcast-lesung.de/wp-content/uploads/audio/27-rosa-luxemburg-briefe-aus-dem-gefaengnis.mp3"  download target="_blank"> Audiodatei herunterladen (11,45 MB)</u></a><br><br><p><i>An Sonia Liebknecht</i></p>
<p>Breslau, Mitte Dezember 1917</p>
<p>…<br />
Ach, Sonitschka, ich habe hier einen scharfen Schmerz erlebt,<br />
auf dem Hof, wo ich spaziere, kommen oft Wagen vom Militär,<br />
voll bepackt mit Säcken oder alten Soldatenröcken und Hemden,<br />
oft mit Blutflecken …,<br />
die werden hier abgeladen, in die Zellen verteilt, geflickt,<br />
dann wieder aufgeladen und ans Militär abgeliefert.<br />
Neulich kam so ein Wagen, bespannt, statt mit Pferden, mit Büffeln.</p>
<p>Ich sah die Tiere zum erstenmal in der Nähe.<br />
Sie sind kräftiger und breiter gebaut als unsere Rinder,<br />
mit flachen Köpfen und flach abgebogenen Hörnern,<br />
die Schädel also unseren Schafen ähnlicher,<br />
ganz schwarz mit großen sanften Augen.</p>
<p>Sie stammen aus Rumänien, sind Kriegstrophäen …<br />
die Soldaten, die den Wagen führen,<br />
erzählen, daß es sehr mühsam war,<br />
diese wilden Tiere zu fangen, und noch schwerer,<br />
sie, die an die Freiheit gewöhnt waren,<br />
zum Lastdienst zu benutzen.</p>
<p>Sie wurden furchtbar geprügelt,<br />
bis daß für sie das Wort gilt „vae victis“*.</p>
<p>… An hundert Stück der Tiere sollen in Breslau allein sein;<br />
dazu bekommen sie,<br />
die an üppige rumänische Weide gewöhnt waren,<br />
elendes und karges Futter.<br />
Sie werden schonungslos ausgenutzt,<br />
um alle möglichen Lastwagen zu schleppen,<br />
und gehen dabei rasch zugrunde.</p>
<p>– Vor einigen Tagen kam also ein Wagen mit Säcken hereingefahren,<br />
die Last war so hoch aufgetürmt,<br />
daß die Büffel nicht über die Schwelle bei der Toreinfahrt konnten.<br />
Der begleitende Soldat, ein brutaler Kerl, fing an,<br />
derart auf die Tiere<br />
mit dem dicken Ende des Peitschenstieles loszuschlagen,<br />
daß die Aufseherin ihn empört zur Rede stellte,<br />
ob er denn kein Mitleid mit den Tieren hätte!<br />
„Mit uns Menschen hat auch niemand Mitleid“,<br />
antwortete er mit bösen Lächeln und hieb noch kräftiger ein .</p>
<p><img class="alignnone size-medium wp-image-511" src="https://podcast-lesung.de/wp-content/uploads/kuhnert-600x409.jpg" alt="" width="600" height="409" srcset="https://podcast-lesung.de/wp-content/uploads/kuhnert-600x409.jpg 600w, https://podcast-lesung.de/wp-content/uploads/kuhnert.jpg 641w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 600px" /></p>
<p>.. Die Tiere zogen schließ an und kamen über den Berg,<br />
aber eins blutete …</p>
<p>Sonitschka,<br />
die Büffelhaut ist sprichwörtlich an Dicke und Zähigkeit,<br />
und die war zerrissen.</p>
<p>Die Tiere standen dann beim Abladen ganz still, erschöpft,<br />
und eins, das, welches blutete,<br />
schaute dabei vor sich hin<br />
mit einem Ausdruck in dem schwarzen Gesicht<br />
und den sanften Augen wie ein verweintes Kind.</p>
<p>Es war direkt der Ausdruck eines Kindes,<br />
das hart bestraft worden ist<br />
und nicht weiß, wofür, weshalb, nicht weiß, wie es der Qual<br />
und der rohen Gewalt entgehen soll</p>
<p>… ich stand davor, und das Tier blickte mich an,<br />
mir rannten die Tränen herunter<br />
– es waren seine Tränen,<br />
man kann um den liebsten Bruder nicht schmerzlicher zucken,<br />
als ich in meiner Ohnmacht um dieses stille Leid zuckte.</p>
<p>Wie weit, wie unerreichbar,<br />
verloren die freien saftigen grünen Weiden Rumäniens!<br />
Wie anders schien dort die Sonne, blies der Wind,<br />
wie anders waren die schönen Laute der Vögel<br />
oder das melodische Rufen der Hirten.</p>
<p>Und hier – diese fremde schaurige Stadt, der dumpfe Stall,<br />
das ekelerregende muffige Heu mit faulem Stroh gemischt,<br />
die fremden furchtbaren Menschen,<br />
und – die Schläge, das Blut,<br />
das aus der frischen Wunde rinnt …</p>
<p>Oh, mein armer Büffel, mein armer, geliebter Bruder,<br />
wir stehen hier beide so ohnmächtig und stumpf<br />
und sind nur eins in Schmerz, in Ohnmacht, in Sehnsucht. –</p>
<p>*“vae victis!“ (dt. „Wehe den Besiegten!“)<br />
<a name="player28"></a><br />
<img src="https://podcast-lesung.de/wp-content/uploads/Roza_Luksemburg.jpg" /></p>
<p>in Andenken an Rosa Luxemburg<br />
(geboren 1871 – hingerichtet 1919)<br />
„Freiheit ist immer Freiheit des Andersdenkenden“</p>
<p>Klavier &amp; Lesung: Elisa Demonkí</p>
]]></content:encoded>
			</item>
		<item>
		<title>(12) Georg Trakl »Die Raben«</title>
		<link>https://podcast-lesung.de/12-georg-trakl-die-raben/</link>
		<pubDate>Sun, 10 Sep 2006 17:02:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[elisa]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Trakl, Georg]]></category>
		<category><![CDATA[Melancholie]]></category>
		<category><![CDATA[Trakl]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://podcast-lesung.de/2006/09/10/13-georg-trakl-die-raben/</guid>
		<description><![CDATA[Dauer: 1:09 &#124; Audiodatei herunterladen (1,50 MB)Über den schwarzen Winkel hasten Am Mittag die Raben mit hartem Schrei. Ihr Schatten streift an der Hirschkuh vorbei Und manchmal sieht man sie mürrisch rasten. O wie sie die braune Stille stören, In der ein Acker sich verzückt, Wie ein Weib, das schwere Ahnung berückt, Und manchmal kann [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<audio id="music" preload="true">
			  		<source src="https://podcast-lesung.de/wp-content/uploads/audio/12-georg-trakl-die-raben.mp3 ">
			  		<source src="https://podcast-lesung.de/wp-content/uploads/audio/">
				</audio>

				<div id="audio_controls">
					<div style="display:none">
						<lb:html5player width="75%" preload="true" />
					</div>

					<div id="audioplayer">
						<button id="pButton" class="play" onclick="play()"></button>
						  <div id="timeline">    
							<div id="playhead"></div>
						</div> <!-- timeline -->
					</div> <!-- audioplayer -->
				</div> <!-- audio_controls -->
				<br>Dauer: 1:09 | <u><a href="https://podcast-lesung.de/wp-content/uploads/audio/12-georg-trakl-die-raben.mp3"  download target="_blank"> Audiodatei herunterladen (1,50 MB)</u></a><br><br><p>Über den schwarzen Winkel hasten<br />
Am Mittag die Raben mit hartem Schrei.<br />
Ihr Schatten streift an der Hirschkuh vorbei<br />
Und manchmal sieht man sie mürrisch rasten.</p>
<p>O wie sie die braune Stille stören,<br />
In der ein Acker sich verzückt,<br />
Wie ein Weib, das schwere Ahnung berückt,<br />
Und manchmal kann man sie keifen hören</p>
<p>Um ein Aas, das sie irgendwo wittern,<br />
Und plötzlich richten nach Nord sie den Flug<br />
Und schwinden wie ein Leichenzug<br />
In Lüften, die von Wollust zittern.</p>
<p><img src="https://podcast-lesung.de/wp-content/uploads/raben.jpg" /><br />
Bild: Arthur Rackham</p>
]]></content:encoded>
			</item>
		<item>
		<title>(11) Georg Trakl »Gesang zur Nacht«</title>
		<link>https://podcast-lesung.de/11-georg-trakl-gesang-zur-nacht/</link>
		<pubDate>Sun, 10 Sep 2006 16:57:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[elisa]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Trakl, Georg]]></category>
		<category><![CDATA[Melancholie]]></category>
		<category><![CDATA[Trakl]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://podcast-lesung.de/2006/09/10/12-georg-trakl-gesang-zur-nacht/</guid>
		<description><![CDATA[Dauer: 10:39 &#124; Audiodatei herunterladen (12,36 MB)1 Vom Schatten eines Hauchs geboren Wir wandeln in Verlassenheit Und sind im Ewigen verloren, Gleich Opfern unwissend, wozu sie geweiht. Gleich Bettlern ist uns nichts zu eigen, Uns Toren am verschloßnen Tor. Wie Blinde lauschen wir ins Schweigen, In dem sich unser Flüstern verlor. Wir sind die Wandrer [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<audio id="music" preload="true">
			  		<source src="https://podcast-lesung.de/wp-content/uploads/audio/11-georg-trakl-gesang-zur-nacht.mp3 ">
			  		<source src="https://podcast-lesung.de/wp-content/uploads/audio/">
				</audio>

				<div id="audio_controls">
					<div style="display:none">
						<lb:html5player width="75%" preload="true" />
					</div>

					<div id="audioplayer">
						<button id="pButton" class="play" onclick="play()"></button>
						  <div id="timeline">    
							<div id="playhead"></div>
						</div> <!-- timeline -->
					</div> <!-- audioplayer -->
				</div> <!-- audio_controls -->
				<br>Dauer: 10:39 | <u><a href="https://podcast-lesung.de/wp-content/uploads/audio/11-georg-trakl-gesang-zur-nacht.mp3"  download target="_blank"> Audiodatei herunterladen (12,36 MB)</u></a><br><br><p>1<br />
Vom Schatten eines Hauchs geboren<br />
Wir wandeln in Verlassenheit<br />
Und sind im Ewigen verloren,<br />
Gleich Opfern unwissend, wozu sie geweiht.</p>
<p>Gleich Bettlern ist uns nichts zu eigen,<br />
Uns Toren am verschloßnen Tor.<br />
Wie Blinde lauschen wir ins Schweigen,<br />
In dem sich unser Flüstern verlor.</p>
<p>Wir sind die Wandrer ohne Ziele,<br />
Die Wolken, die der Wind verweht,<br />
Die Blumen, zitternd in Todeskühle,<br />
Die warten, bis man sie niedermäht.</p>
<p><img class="alignnone size-medium wp-image-542" src="https://podcast-lesung.de/wp-content/uploads/images/Edvard_Munch-The_Day_After-600x446.jpg" alt="" width="600" height="446" srcset="https://podcast-lesung.de/wp-content/uploads/images/Edvard_Munch-The_Day_After-600x446.jpg 600w, https://podcast-lesung.de/wp-content/uploads/images/Edvard_Munch-The_Day_After-768x571.jpg 768w, https://podcast-lesung.de/wp-content/uploads/images/Edvard_Munch-The_Day_After.jpg 800w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 600px" /></p>
<p>2<br />
Daß sich die letzte Qual an mir erfülle,<br />
Ich wehr‘ euch nicht, ihr feindlich dunklen Mächte.<br />
Ihr seid die Straße hin zur großen Stille,<br />
Darauf wir schreiten in die kühlsten Nächte.</p>
<p>Es macht mich euer Atem lauter brennen,<br />
Geduld! Der Stern verglüht, die Träume gleiten<br />
In jene Reiche, die sich uns nicht nennen,<br />
Und die wir traumlos dürfen nur beschreiten.</p>
<p>3<br />
Du dunkle Nacht, du dunkles Herz,<br />
Wer spiegelt eure heiligsten Gründe,<br />
Und eurer Bosheit letzte Schlünde?<br />
Die Maske starrt vor unserm Schmerz –</p>
<p>Vor unserm Schmerz, vor unsrer Lust<br />
Der leeren Maske steinern Lachen,<br />
Daran die irdnen Dinge brachen,<br />
Und das uns selber nicht bewußt.</p>
<p>Und steht vor uns ein fremder Feind,<br />
Der höhnt, worum wir sterbend ringen,<br />
Daß trüber unsre Lieder klingen<br />
Und dunkel bleibt, was in uns weint.</p>
<p>4<br />
Du bist der Wein, der trunken macht,<br />
Nun blut ich hin in süßen Tänzen<br />
Und muß mein Leid mit Blumen kränzen!<br />
So will’s dein tiefster Sinn, o Nacht!</p>
<p>Ich bin die Harfe in deinem Schoß,<br />
Nun ringt um meine letzten Schmerzen<br />
Dein dunkles Lied in meinem Herzen<br />
Und macht mich ewig, wesenlos.</p>
<p>5<br />
Tiefe Ruh – o tiefe Ruh!<br />
Keine fromme Glocke läutet,<br />
Süße Schmerzensmutter du –<br />
Deinen Frieden todgeweitet.<br />
Schließ mit deinen kühlen, guten<br />
Händen alle Wunden zu –<br />
Daß nach innen sie verbluten –<br />
Süße Schmerzensmutter – du!</p>
<p>6<br />
O laß mein Schweigen sein dein Lied!<br />
Was soll des Armen Flüstern dir,<br />
Der aus des Lebens Gärten schied?<br />
Laß namenlos dich sein in mir –</p>
<p>Die traumlos in mir aufgebaut,<br />
Wie eine Glocke ohne Ton,<br />
Wie meiner Schmerzen süße Braut<br />
Und meiner Schlafe trunkner Mohn.</p>
<p>7<br />
Blumen hörte ich sterben im Grund<br />
Und der Bronnen trunkne Klage<br />
Und ein Lied aus Glockenmund,<br />
Nacht, und eine geflüsterte Frage;<br />
Und ein Herz – o todeswund,<br />
Jenseits seiner armen Tage.</p>
<p>8<br />
Das Dunkel löschte mich schweigend aus,<br />
Ich ward ein toter Schatten im Tag –<br />
Da trat ich aus der Freude Haus<br />
In die Nacht hinaus.</p>
<p>Nun wohnt ein Schweigen im Herzen mir,<br />
Das fühlt nicht nach den öden Tag –<br />
Und lächelt wie Dornen auf zu dir,<br />
Nacht – für und für!</p>
<p>9<br />
O Nacht, du stummes Tor vor meinem Leid,<br />
Verbluten sieh dies dunkle Wundenrnal<br />
Und ganz geneigt den Taumelkelch der Qual!<br />
O Nacht, ich bin bereit!</p>
<p>O Nacht, du Garten der Vergessenheit<br />
Um meiner Armut weltverschloss’nen Glanz,<br />
Das Weinlaub welkt, es welkt der Dornenkranz.<br />
O komm, du hohe Zeit!</p>
<p>10<br />
Es hat mein Dämon einst gelacht,<br />
Da war ich ein Licht in schimmernden Gärten,<br />
Und hatte Spiel und Tanz zu Gefährten<br />
Und der Liebe Wein, der trunken macht.</p>
<p>Es hat mein Dämon einst geweint.<br />
Da war ich ein Licht in schmerzlichen Gärten<br />
Und hatte die Demut zum Gefährten,<br />
Deren Glanz der Armut Haus bescheint.</p>
<p>Doch nun mein Dämon nicht weint noch lacht,<br />
Bin ich ein Schatten verlorener Gärten<br />
Und habe zum todesdunklen Gefährten<br />
Das Schweigen der leeren Mitternacht.</p>
<p>11<br />
Mein armes Lächeln, das um dich rang,<br />
Mein schluchzendes Lied im Dunkel verklang.<br />
Nun will mein Weg zu Ende gehn.</p>
<p>Laß treten mich in deinen Dom<br />
Wie einst, ein Tor, einfältig, fromm,<br />
Und stumm anbetend vor dir stehn.</p>
<p>12<br />
Du bist in tiefer Mitternacht<br />
Ein totes Gestade an schweigendem Meer,<br />
Ein totes Gestade: Nimmermehr!<br />
Du bist in tiefer Mitternacht.<br />
<a name="player12"></a><br />
Du bist in tiefer Mitternacht<br />
Der Himmel, in dem du als Stern geglüht,<br />
Ein Himmel, aus dem kein Gott mehr blüht.<br />
Du bist in tiefer Mitternacht.</p>
<p>Du bist in tiefer Mitternacht<br />
Ein Unempfangner in süßem Schoß,<br />
Und nie gewesen, wesenlos!<br />
Du bist in tiefer Mitternacht.</p>
]]></content:encoded>
			</item>
	</channel>
</rss>
