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	<title>Moral &#8211; podcast-lesung.de</title>
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		<title>(54) Joseph Pulitzer »There is no crime&#8230;« / »Es gibt kein Verbrechen&#8230;«</title>
		<link>https://podcast-lesung.de/54-joseph-pulitzer-there-is-no-crime-es-gibt-kein-verbrechen/</link>
		<pubDate>Tue, 25 Mar 2014 19:12:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[elisa]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Pulitzer, Joseph]]></category>
		<category><![CDATA[Englisch]]></category>
		<category><![CDATA[Moral]]></category>
		<category><![CDATA[Pulitzer]]></category>

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		<description><![CDATA[Dauer: 3:38 &#124; Audiodatei herunterladen (5,17 MB)(Ein Zitat von Joseph Pulitzer aus dem Buch von Denis Brian “Pulitzer: A Life“) There is not a crime, there is not a dodge, there is not a trick, there is not a swindle, there is not a vice which does not live by secrecy. Es gibt kein Verbrechen, [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<audio id="music" preload="true">
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				<br>Dauer: 3:38 | <u><a href="https://podcast-lesung.de/wp-content/uploads/audio/54-joseph-pulitzer-there-is-no-crime-es-gibt-kein-verbrechen.mp3"  download target="_blank"> Audiodatei herunterladen (5,17 MB)</u></a><br><br><p><i>(Ein Zitat von Joseph Pulitzer<br />
aus dem Buch von Denis Brian “Pulitzer: A Life“)</i></p>
<p>There is not a crime, there is not a dodge, there is not a trick, there is not a swindle, there is not a vice which does not live by secrecy.</p>
<p>Es gibt kein Verbrechen, keinen Kniff, keinen Trick, keinen Schwindel, kein Laster, das nicht von Geheimhaltung lebt.</p>
<p>Get these things out in the open, describe them, attack them, ridicule them in the press, and sooner or later public opinion will sweep them away.</p>
<p>Bringt diese Heimlichkeiten ans Tageslicht, beschreibt sie, attackiert sie, macht sie vor allen Augen lächerlich. Und früher oder später wird die öffentliche Meinung sie hinwegfegen.</p>
<p>Publicity may not be the only thing that is needed, but it is the one thing without which all other agencies will fail.</p>
<p>Bekannt machen allein genügt vielleicht nicht – aber es ist das einzige Mittel, ohne das alle anderen versagen…</p>
<p><img src="https://podcast-lesung.de/wp-content/uploads/55.-Folge-von-Lesung-Podcast-von-Elisa-Demonki-Demonkí-jalara.png" alt="" /></p>
<p>Bild mit J. Pulitzer: Elisa Demonki</p>
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			</item>
		<item>
		<title>(51) Johann Wolfgang von Goethe »Dilettant und Kritiker«</title>
		<link>https://podcast-lesung.de/51-johann-wolfgang-von-goethe-dilettant-und-kritiker/</link>
		<pubDate>Tue, 05 Feb 2013 19:57:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[elisa]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Goethe, J. W.]]></category>
		<category><![CDATA[Fuchs]]></category>
		<category><![CDATA[Goethe]]></category>
		<category><![CDATA[Kritik]]></category>
		<category><![CDATA[Moral]]></category>
		<category><![CDATA[Tiere]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://podcast-lesung.de/2013/02/05/52-johann-wolfgang-von-goethe-dilettant-und-kritiker/</guid>
		<description><![CDATA[Dauer: 2:26 &#124; Audiodatei herunterladen (5,73 MB)Es hatt ein Knab‘ eine Taube zart, Gar schön von Farben und bunt, Gar herzlich lieb, nach Knabenart, Geätzet aus seinem Mund Und hatte so Freud‘ am Täubchen sein, Daß er nicht konnte sich freuen allein. Da lebte nicht weit ein Alt-Fuchs herum, Erfahren und lehrreich und schwätzig darum; [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<audio id="music" preload="true">
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				<br>Dauer: 2:26 | <u><a href="https://podcast-lesung.de/wp-content/uploads/audio/51-johann-wolfgang-von-goethe-dilettant-und-kritiker.mp3"  download target="_blank"> Audiodatei herunterladen (5,73 MB)</u></a><br><br><p>Es hatt ein Knab‘ eine Taube zart,<br />
Gar schön von Farben und bunt,<br />
Gar herzlich lieb, nach Knabenart,<br />
Geätzet aus seinem Mund<br />
Und hatte so Freud‘ am Täubchen sein,<br />
Daß er nicht konnte sich freuen allein.</p>
<p>Da lebte nicht weit ein Alt-Fuchs herum,<br />
Erfahren und lehrreich und schwätzig darum;<br />
Der hatte den Knaben manch Stündlein ergetzt,<br />
Mit Wundern und Lügen verprahlt und verschwätzt.</p>
<p><img src="https://podcast-lesung.de/wp-content/uploads/fuchs.jpg" /></p>
<p>„Muß meinem Fuchs doch mein Täubelein zeigen!“<br />
Er lief und fand ihn strecken in Sträuchen.<br />
„Sieh, Fuchs, mein lieb Täublein, mein Täubchen so schön!<br />
Hast du dein‘ Tag‘ so ein Täubchen geseh’n?“<br />
„Zeig‘ her!“ – Der Knabe reicht’s. – „Geht wohl an;<br />
Aber es fehlt noch, manches dran.<br />
Die Federn, zum Exempel, sind zu kurz geraten.“<br />
Da fing er an, rupft‘ sich den Braten.</p>
<p>Der Knabe schrie. – „Du mußt stärkre einsetzen,<br />
Sonst ziert’s nicht, schwinget nicht.“<br />
Da war’s nackt – Mißgeburt! – und in Fetzen.<br />
Dem Knaben das Herze bricht.</p>
<p>Wer sich erkennt im Knaben gut,<br />
Der sei vor Füchsen auf seiner Hut.</p>
]]></content:encoded>
			</item>
		<item>
		<title>(50) Oscar Wilde »Der Schüler« / »The Disciple«</title>
		<link>https://podcast-lesung.de/50-oscar-wilde-der-schueler-the-disciple/</link>
		<pubDate>Mon, 04 Feb 2013 20:44:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[elisa]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Wilde, Oscar]]></category>
		<category><![CDATA[Englisch]]></category>
		<category><![CDATA[Erzählung]]></category>
		<category><![CDATA[Liebe]]></category>
		<category><![CDATA[Moral]]></category>
		<category><![CDATA[Narzissmus]]></category>
		<category><![CDATA[Schüler]]></category>
		<category><![CDATA[Wilde]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://podcast-lesung.de/2013/02/04/51-oscar-wilde-der-schueler-the-disciple/</guid>
		<description><![CDATA[Dauer: 4:00 &#124; Audiodatei herunterladen (9,34 MB)Als Narziß starb, verwandelte sich die Quelle seiner Freuden von einer Schale voll süßen Wassers in eine Schale voll salziger Tränen, und die Bergnymphen kamen weinend durch den Wald, dass sie zur Quelle singen und dieser Trost geben konnten. Und als sie sahen, daß die Quelle von einer Schale [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<audio id="music" preload="true">
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				<br>Dauer: 4:00 | <u><a href="https://podcast-lesung.de/wp-content/uploads/audio/50-oscar-wilde-der-schueler-the-disciple.mp3"  download target="_blank"> Audiodatei herunterladen (9,34 MB)</u></a><br><br><p>Als Narziß starb, verwandelte sich die Quelle seiner Freuden von einer Schale voll süßen Wassers<br />
in eine Schale voll salziger Tränen,<br />
und die Bergnymphen kamen weinend durch den Wald,<br />
dass sie zur Quelle singen und dieser Trost geben konnten.<br />
Und als sie sahen,<br />
daß die Quelle von einer Schale voll süßen Wassers<br />
sich in eine Schale voll salzige Tränen verwandelt hatte,<br />
da lösten sie die grünen Flechten ihres Haares<br />
und sprachen weinend zur Quelle:<br />
„Wir wundern uns nicht, das du auf diese Weise um Narziss trauerst,<br />
– so schön war er.“</p>
<p>„War Narziß denn schön?“  fragte die Quelle.<br />
„Wer sollte das besser wissen als du?“ antworteten die Bergnymphen.<br />
„An uns ging er immer vorbei,<br />
dich aber suchte er auf und lag an deinen Ufern<br />
und sah auf dich hinab,<br />
und im Spiegel deiner Wasser spiegelte er seine eigene Schönheit.“</p>
<p>Und die Quelle antwortete:<br />
„Aber ich liebte Narziß, weil,<br />
wie er an meinem Ufer lag und auf mich niederblickte,<br />
ich im Spiegel seiner Augen stets meine eigene Schönheit sah.“</p>
<p><img src="https://podcast-lesung.de/wp-content/uploads/Echo-and-Narcissus.png"></p>
<p>When Narcissus died the pool of his pleasure changed from a cup of sweet waters<br />
into a cup of salt tears, and the Oreads came weeping through the woodland<br />
that they might sing to the pool and give it comfort.<br />
And when they saw that the pool had changed from a cup of sweet waters<br />
into a cup of salt tears,<br />
they loosened the green tresses of their hair<br />
and cried to the pool and said,<br />
‘We do not wonder that you should mourn in this manner for Narcissus,<br />
so beautiful was he.’</p>
<p>‘But was Narcissus beautiful?’ said the pool.</p>
<p>‘Who should know that better than you?’<br />
answered the Oreads.</p>
<p>‘Us did he ever pass by, but you he sought for,<br />
and would lie on your banks and look down at you,<br />
and in the mirror of your waters he would mirror his own beauty.’</p>
<p>And the pool answered,<br />
‘But I loved Narcissus because,<br />
as he lay on my banks and looked down at me,<br />
in the mirror of his eyes I saw ever my own beauty mirrored.’</p>
<p>Musik: <a href="http://ulrike-theusner.de">Ulrike Theusner</a><br />
englische Lesung: Taylor Edward Freeman (New York)<br />
Bild: Echo und Narziss (John William Waterhouse, Liverpool)</p>
]]></content:encoded>
			</item>
		<item>
		<title>(49)  »Frau Holle« ein Märchen der Gebrüder Grimm von 1857</title>
		<link>https://podcast-lesung.de/49-frau-holle-ein-maerchen-der-gebrueder-grimm-von-1857/</link>
		<pubDate>Mon, 17 Dec 2012 15:01:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[elisa]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Grimm, Gebrüder]]></category>
		<category><![CDATA[Brunnen]]></category>
		<category><![CDATA[Grimm]]></category>
		<category><![CDATA[Mädchen]]></category>
		<category><![CDATA[Märchen]]></category>
		<category><![CDATA[Moral]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://podcast-lesung.de/2012/12/17/50-frau-holle-ein-maerchen-der-gebrueder-grimm-von-1857/</guid>
		<description><![CDATA[Dauer: 10:51 &#124; Audiodatei herunterladen (25,04 MB)ine Witwe hatte zwei Töchter, davon war die eine schön und fleißig, die andere häßlich und faul. Sie hatte aber die häßliche und faule, weil sie ihre rechte Tochter war, viel lieber, und die andere mußte alle Arbeit thun und der Aschenputtel im Hause sein. Das arme Mädchen mußte [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<audio id="music" preload="true">
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				<br>Dauer: 10:51 | <u><a href="https://podcast-lesung.de/wp-content/uploads/audio/49-frau-holle-ein-maerchen-der-gebrueder-grimm-von-1857.mp3"  download target="_blank"> Audiodatei herunterladen (25,04 MB)</u></a><br><br><p><img class="floatLeft alignleft" src="https://podcast-lesung.de/wp-content/uploads/hahn-holle-gelb.jpg">ine Witwe hatte zwei Töchter, davon war die eine schön und fleißig, die andere häßlich und faul. Sie hatte aber die häßliche und faule, weil sie ihre rechte Tochter war, viel lieber, und die andere mußte alle Arbeit thun und der Aschenputtel im Hause sein. Das arme Mädchen mußte sich täglich auf die große Straße bei einem Brunnen setzen, und mußte so viel spinnen, daß ihm das Blut aus den Fingern sprang. Nun trug es sich zu, daß die Spule einmal ganz blutig war, da bückte es sich damit in den Brunnen und wollte sie abwaschen: sie sprang ihm aber aus der Hand und fiel hinab. Es weinte, lief zur Stiefmutter und erzählte ihr das Unglück. Sie schalt es aber so heftig und war so unbarmherzig, daß sie sprach „hast du die Spule hinunterfallen lassen, so hol sie auch wieder herauf.“</p>
<p>Da gieng das arme Mädchen zu dem Brunnen zurück und wußte nicht was es anfangen sollte: und in seiner Herzensangst sprang es in den Brunnen hinein, um die Spule zu holen. Es verlor die Besinnung, und als es erwachte und wieder zu sich selber kam, war es auf einer schönen Wiese wo die Sonne schien und viel tausend Blumen standen. Auf dieser Wiese gieng es fort und kam zu einem Backofen, der war voller Brot; das Brot aber rief „ach, zieh mich raus, zieh mich raus, sonst verbrenn ich: ich bin schon längst ausgebacken.“ Da trat es herzu, und holte mit dem Brotschieber alles nach einander heraus. Danach gieng es weiter und kam zu einem Baum, der hieng voll Äpfel, und rief ihm zu „ach schüttel mich, schüttel mich, wir Äpfel sind alle mit einander reif.“ Da schüttelte es den Baum, daß die Äpfel fielen als regneten sie, und schüttelte bis keiner mehr oben war; und als es alle in einen Haufen zusammengelegt hatte, gieng es wieder weiter.</p>
<p>Endlich kam es zu einem kleinen Haus, daraus guckte eine alte Frau, weil sie aber so große Zähne hatte, ward ihm angst, und es wollte fortlaufen. Die alte Frau aber rief ihm nach „was fürchtest du dich, liebes Kind? bleib bei mir, wenn du alle Arbeit im Hause ordentlich thun willst, so soll dirs gut gehn. Du mußt nur Acht geben daß du mein Bett gut machst und es fleißig aufschüttelst, daß die Federn fliegen, dann schneit es in der Welt; ich bin die Frau Holle.“ Weil die Alte ihm so gut zusprach, so faßte sich das Mädchen ein Herz, willigte ein und begab sich in ihren Dienst. Es besorgte auch alles nach ihrer Zufriedenheit, und schüttelte ihr das Bett immer gewaltig auf daß die Federn wie Schneeflocken umher flogen; dafür hatte es auch ein gut Leben bei ihr, kein böses Wort, und alle Tage Gesottenes und Gebratenes.</p>
<p>Nun war es eine Zeitlang bei der Frau Holle, da ward es traurig und wußte anfangs selbst nicht was ihm fehlte, endlich merkte es daß es Heimweh war; ob es ihm hier gleich viel tausendmal besser gieng als zu Haus, so hatte es doch ein Verlangen dahin. Endlich sagte es zu ihr „ich habe den Jammer nach Haus kriegt, und wenn es mir auch noch so gut hier unten geht, so kann ich doch nicht länger bleiben, ich muß wieder hinauf zu den Meinigen.“ Die Frau Holle sagte „es gefällt mir, daß du wieder nach Haus verlangst, und weil du mir so treu gedient hast, so will ich dich selbst wieder hinauf bringen.“ Sie nahm es darauf bei der Hand und führte es vor ein großes Thor. Das Thor ward aufgethan, und wie das Mädchen gerade darunter stand, fiel ein gewaltiger Goldregen, und alles Gold blieb an ihm hängen, so daß es über und über davon bedeckt war. „Das sollst du haben, weil du so fleißig gewesen bist“ sprach die Frau Holle und gab ihm auch die Spule wieder, die ihm in den Brunnen gefallen war.</p>
<p><img src="https://podcast-lesung.de/wp-content/uploads/frau-holle.png"></p>
<p>Darauf ward das Thor verschlossen, und das Mädchen befand sich oben auf der Welt, nicht weit von seiner Mutter Haus: und als es in den Hof kam, saß der Hahn auf dem Brunnen und rief „kikeriki,<br />
unsere goldene Jungfrau ist wieder hie.“ Da gieng es hinein zu seiner Mutter, und weil es so mit Gold bedeckt ankam, ward es von ihr und der Schwester gut aufgenommen.</p>
<p>Das Mädchen erzählte alles, was ihm begegnet war, und als die Mutter hörte wie es zu dem großen Reichthum gekommen war, wollte sie der andern häßlichen und faulen Tochter gerne dasselbe Glück verschaffen. Sie mußte sich an den Brunnen setzen und spinnen; und damit ihre Spule blutig ward, stach sie sich in die Finger und stieß sich die Hand in die Dornhecke. Dann warf sie die Spule in den Brunnen und sprang selber hinein. Sie kam, wie die andere, auf die schöne Wiese und gieng auf demselben Pfade weiter. Als sie zu dem Backofen gelangte, schrie das Brot wieder „ach, zieh mich raus, zieh mich raus, sonst verbrenn ich, ich bin schon längst ausgebacken.“ Die Faule aber antwortete „da hätt ich Lust mich schmutzig zu machen,“ und gieng fort. Bald kam sie zu dem Apfelbaum, der rief „ach, schüttel mich, schüttel mich, wir Äpfel sind alle mit einander reif.“ Sie antwortete aber „du kommst mir recht, es könnte mir einer auf den Kopf fallen,“ und gieng damit weiter.</p>
<p>Als sie vor der Frau Holle Haus kam, fürchtete sie sich nicht, weil sie von ihren großen Zähnen schon gehört hatte, und verdingte sich gleich zu ihr. Am ersten Tag that sie sich Gewalt an, war fleißig und folgte der Frau Holle, wenn sie ihr etwas sagte, denn sie dachte an das viele Gold, das sie ihr schenken würde; am zweiten Tag aber fieng sie schon an zu faullenzen, am dritten noch mehr, da wollte sie Morgens gar nicht aufstehen. Sie machte auch der Frau Holle das Bett nicht wie sichs gebührte, und schüttelte es nicht, daß die Federn aufflogen.</p>
<p>Da ward die Frau Holle bald müde und sagte ihr den Dienst auf. Die Faule war das wohl zufrieden und meinte nun würde der Goldregen kommen; die Frau Holle führte sie auch zu dem Thor, als sie aber darunter stand, ward statt des Goldes ein großer Kessel voll Pech ausgeschüttet. „Das ist zur Belohnung deiner Dienste“ sagte die Frau Holle und schloß das Thor zu. Da kam die Faule heim, aber sie war ganz mit Pech bedeckt, und der Hahn auf dem Brunnen, als er sie sah, rief „kikeriki,<br />
unsere schmutzige Jungfrau ist wieder hie.“ Das Pech aber blieb fest an ihr hängen und wollte, so lange sie lebte, nicht abgehen.</p>
<p>Bilder: Ernst Schneidler 1919, Rie Cramer 1922<br />
Musik: <a href="http://www.ulrike-theusner.de/">Ulrike Theusner</a></p>
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