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	<title>Tucholsky &#8211; podcast-lesung.de</title>
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		<title>(44) Kurt Tucholsky »Kreuzworträtsel«</title>
		<link>https://podcast-lesung.de/44-kurt-tucholsky-kreuzwortraetsel/</link>
		<pubDate>Thu, 29 Oct 2009 21:08:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[elisa]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Tucholsky, Kurt]]></category>
		<category><![CDATA[Lustig]]></category>
		<category><![CDATA[Tucholsky]]></category>

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		<description><![CDATA[Dauer: 9:19 &#124; Audiodatei herunterladen (10,85 MB)Kreuzworträtsel mit Gewalt Der Arzt versank in meinem Bauch. Dann richtete er sich hochaufatmend wieder auf. »Es sind die Nerven, Herr Panter«, sagte er. »An den Organen ist nichts. Ruhe – Ausspannen – Massage – Rohkost – Gemüse – Gymnastik – kohlensaure Bäder … passen Sie auf: wir kriegen [&#8230;]]]></description>
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				<br>Dauer: 9:19 | <u><a href="https://podcast-lesung.de/wp-content/uploads/audio/44-kurt-tucholsky-kreuzwortraetsel.mp3"  download target="_blank"> Audiodatei herunterladen (10,85 MB)</u></a><br><br><p>Kreuzworträtsel mit Gewalt</p>
<p>Der Arzt versank in meinem Bauch. Dann richtete er sich hochaufatmend wieder auf. »Es sind die Nerven, Herr Panter«, sagte er. »An den Organen ist nichts. Ruhe – Ausspannen – Massage – Rohkost – Gemüse – Gymnastik – kohlensaure Bäder … passen Sie auf: wir kriegen Sie schon wieder hoch.<br />
Schwester –!«</p>
<p>Da saß ich in dem Klapskasten, und nun war es zu spät. (…) Das konnte heiter werden.</p>
<p>Es wurde sehr heiter.</p>
<p>Ich absolvierte täglich ein längeres Zirkusprogramm, von morgens um sieben bis mittags um halb eins. Der Turnlehrer; die Wiegeschwester; der Bademeister; der Masseur; der Assistenzarzt; die Zimmerschwester … sie alle waren emsig um mich bemüht.</p>
<p>Ich kam mir recht krank vor, und wenn ich mir krank vorkam, dann schnauzten sie mich an, was mir wohl einfiele – es ginge mir schon viel, viel besser. Was war da zu machen? Was war vor allem an den langen Nachmittagen zu machen, die etwa acht- bis neunmal so lang waren wie die reichlich gefüllten Vormittage?</p>
<p>Lesen.</p>
<p>Das Salatorium – man sollte niemals: Sanatorium schreiben – das Salatorium hatte eine Bibliothek. Die ersten acht Tage ging das ganz gut,<br />
denn sie hatten da die ›Allgemeine Bibliothek der Unterhaltung<br />
und des Wissens‹, eine Art Familienzeitschrift aus den neunziger Jahren –<br />
und so beruhigend! Darin war von der neuen, schreckeinflößenden Erfindung des Telefons die Rede; von einem Wagen, der sich vermittels einer Maschine allein bewegen konnte, einem sogenannten ›Automobil‹; vorn war ein Roman mit Bildern: »Agathe liebkoste die entblätterte Rose und ließ sich auch durch das Zureden des Assessors von Waldern nicht trösten … Seite 95« (…) . Dies beschäftigte mich acht Tage lang. Dann war es aus. (…) Was nun –?</p>
<p>Eines Tages sah ich beim Bademeister auf dem Fensterbrett der Badekabine eine Rätselzeitschrift liegen. Ich hatte nie gewußt, dass es so etwas gäbe. Aber das gabs. Darin waren Silbenrätsel enthalten und andre schöne Zeitvertreibe. »Darf ich vielleicht … könnten Sie mir das wohl mal leihen … ?« fragte ich. Er lieh. Ich hatte kaum mein Müsli und den Salat und die halbe Pflaume gegessen, als ich auf mein Zimmer eilte, den Bleistift spitzte und löste.</p>
<p>Ich verfüge über eine sehr lückenhafte Bildung. Ich weiß nicht, wo Karakorum liegt; ich weiß nicht, was eine ›Ephenide‹ ist; ich verwechsle immer ›Phänomenologie‹ mit ›Pharmazeutik‹, und es ist überhaupt ein Jammer. Aber ich begann zu lösen.</p>
<p>Anfangs ging das ganz gut. Alles, was ich auf Anhieb wußte, schrieb ich in die kleinen Quadrate, und wenn ich nicht weiter konnte, ließ ich das angebissene Rätsel liegen und machte mich an das nächste.<br />
So hatte ich viele vergnügte Nachmittage. Der Bademeister brachte mir, trinkgeldlüstern, noch weitere achtzehn Rätselzeitschriften, aber tückischerweise hatten sie keinen Zusammenhang untereinander, denn es fehlten immer grade die Nummern, in denen die Lösungen jener enthalten waren, an denen ich grade knabberte … also mußte ich versuchen, allein damit fertig zu werden, und ich war ganz auf mich selber angewiesen.<br />
Ich habe das nicht gerne – wer auf mich gebaut hat, hat noch stets auf Sand gebaut. Aber ich löste.</p>
<p>Als ich die Zeitschriften vollgemalt hatte,<br />
hatte ich fünf Kreuzworträtsel zu Ende gelöst.<br />
Alle andern – und es waren deren eine Menge – wiesen bedrohliche Flecke auf. Was nun?</p>
<p>Nun zerbiß ich meinen Bleistift;<br />
dann den Federhalter des Salatoriums;<br />
dann meine Pfeife. Und ich war kribblig … (…)<br />
So oder so … so ging es nicht mehr weiter.</p>
<p>»Berggipfel in den Seealpen.« Nun bitte ich Sie in aller Welt! Seealpen – wissen Sie, wo die Seealpen liegen? Ich weiß das nicht. Ich habe damals, als wir das durchgenommen haben, gefehlt,<br />
oder ich habe grade unter der Bank ›Götz Krafft‹ gelesen oder ›Jena oder Sedan‹… Seealpen! Drumherum die Reihen hatte ich; mir fehlten aber die Buchstaben, die man aus andern Reihen nicht erraten konnte. Da brach ich die Kreuzworträtsel übers Knie.</p>
<p>›KIKAM‹ setzte ich. Berggipfel in den Seealpen: ›KIKAM‹. Ich fand das sehr schön. Und dies ergötzte mich so, dass ich an einem Nachmittag zweiundzwanzig Kreuzworträtsel löste. Mit Gewalt. Wer nicht hören will, muß fühlen. Ich habe wundervolle Resultate erzielt.</p>
<p><img src=" https://podcast-lesung.de/wp-content/uploads/seealpen.png"></p>
<p>›LEBSCH‹: eine Hauptstadt in Europa. Man erzähle mir nichts – warum soll unter den vielen, vielen europäischen Hauptstädten nicht eine dabei sein, die ›LEBSCH‹ heißt?</p>
<p>›MOREL‹: ein bekannter Südwein. ›NEPZUS‹: ein Planet. (Nein, nicht Neptun – dann geht es nicht auf.)</p>
<p>Kaufmännischer Begriff: PLEISE.</p>
<p>Ein Getränk der Araber: LORKE.</p>
<p>Ein Raubtier: der ›MOGELVOGEL‹; doch, das ist herausgekommen, das Wort, ihr sollt es lassen stahn.</p>
<p>Bekannter Gruß: HUMMEL. (was ja für Hamburg stimmt.) Und es tauchten geradezu abenteuerliche Wörter auf: MIPPEL und FLUNZ und BAKIKEKE. so erbaute ich mir eine neue Welt.</p>
<p>Ich erzählte niemand davon. Aber ich erlernte für mich privat eine neue Sprache: die Kreuzworträtsel-Sprache. Hätte ich es einem gesagt: sie hätten mich nie wieder aus dem Klapskasten hinausgelassen, und ich säße heute noch drin. Aber die Wörter in meinem Herzen bewegend sprach ich den ganzen Tag kreuzisch und fragte mich Vokabeln ab und konnte es schon ganz schön.</p>
<p>»Nun, wie fühlen Sie sich denn jetzt –?« fragte der Onkel Oberdoktor in seiner, sagen wir, gütigen Art. Ich antwortete nicht gleich. Unhörbar übte ich Vokabeln:</p>
<p>Auf des Doktors Schreibtitzl summte eine Failge; die Sumis schien durch das Fenster, und der Himmel war plott.</p>
<p>Ich dachte emsig nach, wie doch der Körperteil heißt,<br />
an dem ich so gut abgenommen hatte …</p>
<p>»Wie Sie sich fühlen –?« wiederholte der Onkel Doktor, mildgereizt.<br />
»Danke … viel besser … « stotterte ich. Wie hieß der Körperteil?<br />
– »Aber manchmal etwas zerstreut … ? Noch etwas nervös?«<br />
fragte er und sah mich forschend an. »Aber gar nicht, Herr Doktor«, sagte ich. »Gar nicht. Ich fühle mich so frisch! Wirklich: famos! Sie haben mir sehr geholfen, sehr!« – »Na, das freut mich«, sagte er. »Sehen Sie, ich habe es Ihnen ja gleich gesagt!«</p>
<p>Und er gab mir zum Abschied gute Ratschläge, darunter leider nicht den, die Rechnung nicht zu bezahlen.</p>
<p>Und erst als ich wieder draußen vor dem Tor des Salatoriums stand,<br />
da fiel es mir ein. Ich wollte noch einmal zurück, um es dem Doktor mitzuteilen … Ich tat es nicht.</p>
<p>MARS hieß der Körperteil.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>(40) Kurt Tucholsky »Das Ideal«</title>
		<link>https://podcast-lesung.de/40-kurt-tucholsky-das-ideal/</link>
		<pubDate>Wed, 31 Dec 2008 16:26:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[elisa]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Tucholsky, Kurt]]></category>
		<category><![CDATA[Tucholsky]]></category>

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		<description><![CDATA[Dauer: 2:52 &#124; Audiodatei herunterladen (6,72 MB)Ja, das möchste: Eine Villa im Grünen mit großer Terrasse, vorn die Ostsee, hinten die Friedrichstraße; mit schöner Aussicht, ländlich-mondän, vom Badezimmer ist die Zugspitze zu sehn – aber abends zum Kino hast dus nicht weit. Das Ganze schlicht, voller Bescheidenheit: Neun Zimmer – nein, doch lieber zehn! Ein [&#8230;]]]></description>
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				<br>Dauer: 2:52 | <u><a href="https://podcast-lesung.de/wp-content/uploads/audio/40-kurt-tucholsky-das-ideal.mp3"  download target="_blank"> Audiodatei herunterladen (6,72 MB)</u></a><br><br><p>Ja, das möchste:</p>
<p>Eine Villa im Grünen mit großer Terrasse,<br />
vorn die Ostsee, hinten die Friedrichstraße;<br />
mit schöner Aussicht, ländlich-mondän,<br />
vom Badezimmer ist die Zugspitze zu sehn –<br />
aber abends zum Kino hast dus nicht weit.<br />
Das Ganze schlicht, voller Bescheidenheit:</p>
<p>Neun Zimmer – nein, doch lieber zehn!<br />
Ein Dachgarten, wo die Eichen drauf stehn,<br />
Radio, Zentralheizung, Vakuum,<br />
eine Dienerschaft, gut gezogen und stumm,<br />
eine süße Frau voller Rasse und Verve –<br />
(und eine fürs Wochenend, zur Reserve) –<br />
eine Bibliothek und drumherum<br />
Einsamkeit und Hummelgesumm.</p>
<p>Im Stall: Zwei Ponys, vier Vollbluthengste,<br />
acht Autos, Motorrad – alles lenkste<br />
natürlich selber – das wär ja gelacht!<br />
Und zwischendurch gehst du auf Hochwildjagd.</p>
<p>Ja, und das hab ich ganz vergessen:<br />
Prima Küche – erstes Essen –<br />
alte Weine aus schönem Pokal –<br />
und egalweg bleibst du dünn wie ein Aal.<br />
Und Geld. Und an Schmuck eine richtige Portion.<br />
Und noch ne Million und noch ne Million.<br />
Und Reisen. Und fröhliche Lebensbuntheit.<br />
Und famose Kinder. Und ewige Gesundheit.</p>
<p>Ja, das möchste!</p>
<p>Aber, wie das so ist hienieden:<br />
manchmal scheints so, als sei es beschieden<br />
nur pöapö, das irdische Glück.<br />
Immer fehlt dir irgendein Stück.<br />
Hast du Geld, dann hast du nicht Käten;<br />
hast du die Frau, dann fehln dir Moneten –<br />
hast du die Geisha, dann stört dich der Fächer:<br />
bald fehlt uns der Wein, bald fehlt uns der Becher.</p>
<p>Etwas ist immer.<br />
Tröste dich.</p>
<p>Jedes Glück hat einen kleinen Stich.<br />
Wir möchten so viel: Haben. Sein. Und gelten.<br />
Dass einer alles hat:<br />
das ist selten.</p>
<p><img class="size-full wp-image-481" src="https://podcast-lesung.de/wp-content/uploads/ulrike-theusner-goldene-kalb.jpg" alt="" width="300" height="314"></p>
<p>Foto: <a href="http://ulrike-theusner.de">Ulrike Theusner</a></p>
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			</item>
		<item>
		<title>(21) Kurt Tucholsky »Augen in der Großstadt«</title>
		<link>https://podcast-lesung.de/21-kurt-tucholsky-augen-in-der-grossstadt/</link>
		<pubDate>Mon, 05 Mar 2007 19:10:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[elisa]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Tucholsky, Kurt]]></category>
		<category><![CDATA[Tucholsky]]></category>

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		<description><![CDATA[Dauer: 3:11 &#124; Audiodatei herunterladen (3,99 MB)Wenn du zur Arbeit gehst am frühen Morgen, wenn du am Bahnhof stehst mit deinen Sorgen: dann zeigt die Stadt dir asphaltglatt im Menschentrichter Millionen Gesichter: Zwei fremde Augen, ein kurzer Blick, die Braue, Pupillen, die Lider – Was war das? Vielleicht dein Lebensglück… vorbei, verweht, nie wieder. Du [&#8230;]]]></description>
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				<br>Dauer: 3:11 | <u><a href="https://podcast-lesung.de/wp-content/uploads/audio/21-kurt-tucholsky-augen-in-der-grossstadt.mp3"  download target="_blank"> Audiodatei herunterladen (3,99 MB)</u></a><br><br><p>Wenn du zur Arbeit gehst<br />
am frühen Morgen,<br />
wenn du am Bahnhof stehst<br />
mit deinen Sorgen:<br />
dann zeigt die Stadt<br />
dir asphaltglatt<br />
im Menschentrichter<br />
Millionen Gesichter:<br />
Zwei fremde Augen, ein kurzer Blick,<br />
die Braue, Pupillen, die Lider –<br />
Was war das?<br />
Vielleicht dein Lebensglück…<br />
vorbei, verweht, nie wieder.</p>
<p>Du gehst dein Leben lang<br />
auf tausend Straßen;<br />
du siehst auf deinem Gang,<br />
die dich vergaßen.<br />
Ein Auge winkt,<br />
die Seele klingt<br />
du hast’s gefunden,<br />
nur für Sekunden…<br />
Zwei fremde Augen, ein kurzer Blick,<br />
die Braue, Pupillen, die Lider –<br />
Was war das?<br />
Kein Mensch dreht die Zeit zurück…<br />
Vorbei, verweht, nie wieder.</p>
<p>Du mußt auf deinem Gang<br />
durch Städte wandern;<br />
siehst einen Pulsschlag lang<br />
den fremden Andern.<br />
Es kann ein Feind sein,<br />
es kann ein Freund sein,<br />
es kann im Kampfe dein<br />
Genosse sein.<br />
Es sieht hinüber<br />
und zieht vorüber …<br />
Zwei fremde Augen, ein kurzer Blick,<br />
die Braue, Pupillen, die Lider –<br />
Was war das?<br />
Von der großen Menschheit ein Stück!<br />
Vorbei, verweht, nie wieder.</p>
<p><img src="https://podcast-lesung.de/wp-content/uploads/230px-TucholskyMatthiasLaeggesta.jpg" /><br />
Bild: Sonja Thomassen – Tucholsky und Lisa Matthias<br />
im schwedischen Läggesta, 1929</p>
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