(58) Johann Wolfgang von Goethe »Gretchens Stube« aus »Faust – Der Tragödie erster Teil«
vomDauer: 5:39 | Audiodatei herunterladen (13,10 MB)
Gretchen (am Spinnrad, allein)
Meine Ruh ist hin,
Mein Herz ist schwer;
Ich finde sie nimmer
und nimmermehr.
Wo ich ihn nicht hab,
Ist mir das Grab,
Die ganze Welt
Ist mir vergällt.
Mein armer Kopf
Ist mir verrückt,
Meiner armer Sinn
Ist mir zerstückt.
Meine Ruh ist hin,
Mein Herz ist schwer,
Ich finde sie nimmer
und nimmermehr.

Bild: George Romney
Nach ihm nur schau ich
Zum Fenster hinaus,
Nach ihm nur geh ich
Aus dem Haus.
Sein hoher Gang,
Sein edle Gestalt,
Seines Mundes Lächeln,
Seiner Augen Gewalt,
Und seiner Rede
Zauberfluß,
Sein Händedruck,
Und ach! sein Kuß!
Meine Ruh ist hin,
Mein Herz ist schwer,
Ich finde sie nimmer
und nimmermehr.
Mein Busen drängt
Sich nach ihm hin,
Ach dürft ich fassen
Und halten ihn,
Und küssen ihn,
So wie ich wollt,
An seinen Küssen
Vergehen sollt!
Neue Lesungen
Aesop
Ball, Hugo
Beethoven, Ludwig
Boccaccio, Giovanni
Busch, Wilhelm
Byron, George Gordon
Christen, Ada
Freud, Sigmund
Gleim, J. W. L.
Goethe, J. W.
Grimm, Gebrüder
Heine, Heinrich
Hufeland, C. W.
Hugo, Victor
Ibsen, Henrik
Kant, Immanuel
Laozi
Lessing, G. E.
Luther, Martin
Luxemburg, Rosa
mhd. Gedicht
Nietzsche, Friedrich
Pulitzer, Joseph
Reventlow, Franziska zu
Rilke, Rainer Maria
Ringelnatz, Joachim
Rückert, Friedrich
Schiller, Friedrich
Schwab, Gustav
Suttner, Bertha von
Sylva, Carmen
Trakl, Georg
Tucholsky, Kurt
Wilde, Oscar